Denkmal/Gedenkstätte

Rabenscheider Tunnel

35767 Breitscheid

Highlights

  • Der Rabenscheider Tunnel ist ein 1114 Meter langer eingleisiger Eisenbahntunnel zwischen Haiger und Breitscheid.
  • Er wurde 1936 bis 1939 gebaut und diente später im Zweiten Weltkrieg zur Flugzeugmotorenproduktion.
  • Seit 2022 ist der Tunnel als Radweg umgebaut und steht unter Denkmalschutz.

Tipps

  • Der ehemalige Eisenbahntunnel ist 1114 Meter lang und steht unter Denkmalschutz.
  • Der Weg durch den Tunnel ist asphaltiert, beleuchtet und als Radweg ausgewiesen.
  • Der Tunnel ist nur von April bis Oktober geöffnet, außerhalb dieser Zeit geschlossen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Rabenscheider Tunnel

Der Rabenscheider Tunnel in Breitscheid ist ein eingleisiger Eisenbahntunnel auf der ehemaligen Bahnstrecke Haiger–Breitscheid und zählt heute zu den unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmälern der Region. Mit einer Länge von über einem Kilometer war er ein bedeutendes Bauwerk seiner Zeit und verbindet die Gemeinden Aubachtal und Medenbachtal unterirdisch. Der Tunnel wurde im Zuge des Ausbaus der Nebenbahn im 20. Jahrhundert errichtet, nachdem zuvor finanzielle und wirtschaftliche Bedenken den Fortschritt der Streckenplanung verzögert hatten. Die Bauarbeiten erfolgten im Drei-Schicht-Betrieb mit bis zu 420 Arbeitern, ehe das Bauwerk schließlich nach mehreren Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Zugverkehr im Tunnel eingestellt, um kriegsbedingt eine Produktion von Flugzeugmotoren und möglicherweise auch Raketenkomponenten einzurichten. Nach Kriegsende wurde die Strecke 1949 wieder in Betrieb genommen. Der reguläre Personenverkehr endete in den 1980er Jahren, der Güterverkehr hielt bis 1997 an. Danach wurde der Tunnel stillgelegt, ehe er im Jahr 2022 als Teil eines Radwegs neu eröffnet wurde. Heute führt ein asphaltierter und beleuchteter Radweg durch das Tunnelinnere, wobei die Beleuchtung über Bewegungsmelder aktiviert wird. Die Umwidmung zum Radweg erfolgte im Rahmen eines Projekts der Städte Breitscheid und Haiger mit Unterstützung des Landes Hessen.

Der Tunnel weist eine ungewöhnliche ovale Querschnittsform auf, die ursprünglich auf eine spätere Elektrifizierung der Strecke ausgelegt war. Die Portale des Tunnels bestehen aus schlichten Backsteinbauten und prägen das historische Erscheinungsbild. Aufgrund des Artenschutzes, insbesondere für Fledermäuse, ist der Tunnel nur saisonal geöffnet – in der Regel vom 15. April bis Ende Oktober. In dieser Zeit können Radfahrende die gesamte Länge des Tunnels durchqueren und so ein Stück Eisenbahngeschichte erleben. Die Umgebung des Tunnels erstreckt sich landschaftlich ruhig und ländlich, was ihn zu einem ruhigen, aber dennoch markanten Ausflugsziel macht.

Der ehemalige Balkan-Express verlief einst durch diesen Tunnel, was ihm bis heute eine gewisse historische Aura verleiht. Die Umgestaltung in einen Radweg unter Denkmalschutz macht ihn zu einem kulturellen Bindeglied zwischen der regionalen Verkehrsgeschichte und der heutigen Naherholung. Besucher berichten von einer beeindruckenden Atmosphäre im Inneren des Tunnels, die sowohl historisch als auch naturräumlich geprägt ist. Zahlreiche Bewertungen attestieren dem Tunnel eine hohe Sehenswürdigkeit, was sich auch im durchschnittlichen Bewertungsniveau von 4,6 von 5 Sternen widerspiegelt.

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