Groß-Partwitz
Tipps
- Der ehemalige Tagebau Scado bietet heute Freizeitmöglichkeiten wie Baden, Campen und Segeln am künstlich angelegten See.
- Ein Denkmal und informative Tafeln erinnern an die Geschichte des abgebauten Dorfes und die sorbische Kultur der Region.
- Neben dem Lehrpfad mit historischen Exponaten lädt ein Spielplatz und ein Grillbereich zum Verweilen ein.
Eigenschaften
Über Groß-Partwitz
Groß-Partwitz in der Elsterheide, im sächsischen Kreis Bautzen, ist ein ehemaliges Dorf im Herzen der Oberlausitz, das heute als beeindruckendes Zeugnis der Braunkohlegeschichte der Region gilt. Ursprünglich sorbisch geprägt und einst von rund 400 Einwohnern bewohnt, wurde das Dorf im Verlauf des 20. Jahrhunderts durch den Braunkohletagebau nahezu vollständig abgetragen. Die Fläche ging in den Bergbau der Ilse Bergbau AG über, später in den Tagebau Scado, der bis in die 1970er Jahre aktiv war. Die endgültige Zerstörung des Ortes erfolgte Anfang der 1970er Jahre, wodurch Groß-Partwitz zu den sogenannten abgebrochenen Dörfern im Lausitzer Braunkohlenrevier zählt.
Heute erinnert ein informatives Denkmal an das verschwundene Dorf und die Auswirkungen des Tagebaus auf die Landschaft. Zahlreiche Schautafeln vermitteln detailliert Einblicke in die Geschichte des Ortes sowie die kulturellen und sozialen Veränderungen, die mit dem Bergbau einhergingen. Neben dem Denkmal befindet sich ein kleiner Spielplatz, der den Ort besonders für Familien mit Kindern attraktiv macht. Die Stille des ehemaligen Dorfgebietes wird heute von Freizeitaktivitäten wie Grillen, Lagerfeuern oder Fußballspielen belebt, was Groß-Partwitz zu einem lohnenswerten Ausflugsziel macht.
Die kulturelle Bedeutung des Ortes zeigt sich auch in seiner Sprach- und Religionsgeschichte. Im 19. Jahrhundert war die Bevölkerung überwiegend sorbisch, wobei die sorbische Sprache im Laufe der Jahrzehnte stark zurückging. Persönlichkeiten wie der sorbische Pfarrer und Dichter Christian Friedrich Stempel, der 1787 in Groß-Partwitz geboren wurde, unterstreichen den kulturellen Reichtum des Dorfes. Auch die ehemalige Fachwerkkirche Groß Partwitzs hat eine bemerkenswerte Geschichte: Ihre Madonna befindet sich heute in Bluno, der Altar nach einer Restaurierung in der Kirche St. Severinus und Jacobus an der Nordseeküste in Minsen.
Nach Abschluss der Bergbauaktivitäten wurde das ehemalige Dorfgebiet bis 2014 geflutet und in einen modernen Freizeit- und Erholungsort verwandelt. Heute erstreckt sich an der Stelle ein Badestrand mit Campingplatz, Segelschule, Möglichkeiten für Jetski-Fahrten sowie ein Pferdehof. Damit hat sich der ehemals zerstörte Ort zu einem neuen Zentrum für Naturerlebnis und kulturelle Erinnerung entwickelt. Die Kombination aus historischem Denkmal, Freizeitmöglichkeiten und der Verbindung zur sorbischen Kultur macht Groß-Partwitz zu einem besonderen Ort in der Elsterheide.