Neue Kirche
Highlights
- Die Neue Kirche in Emden-Groß-Faldern wurde 1643–1648 nach Vorbild der Noorderkerk Amsterdam erbaut und ist rollstuhlgerecht zugänglich.
- Seit 1950 dient die reformierte Kirche als Gottesdienstort; 2013 folgte eine umfassende Sanierung mit barrierefreiem Zugang und Parkplatz.
- Die Orgel stammt von 1818 (30 Register), der Kirchhof wurde ab 1634 für den Neubau freigegeben und später als Friedhof genutzt.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität den Eintritt durch einen rollstuhlgerechten Eingang.
- Ein behindertengerechter Parkplatz in unmittelbarer Nähe erleichtert die Anreise für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen.
- Die Kirche verfügt über ein rollstuhlgerechtes WC, das den Aufenthalt für alle Besucher komfortabel gestaltet.
Eigenschaften
Kultur & Sakral: Neue Kirche Emden-Groß-Faldern
Die Neue Kirche in Emden-Groß-Faldern ist ein bedeutendes sakrales Bauwerk mit einer bewegten Geschichte, das seit über einem halben Jahrhundert wieder im Herzen der reformierten Gemeinde steht. Ursprünglich zwischen 1643 und 1648 errichtet, orientierte sich der Bau an der Noorderkerk in Amsterdam – ein Zeugnis der reformierten Tradition, die seit der Einführung der Reformation in Emden im 16. Jahrhundert prägend war. Der Kirchbau entstand auf einem freigegebenen Teil des historischen Friedhofs, der seit dem 17. Jahrhundert als Begräbnisstätte diente und bis heute mit seiner ruhigen Atmosphäre kontrastiert zum lebendigen Stadtteil.
Nach einer längeren Pause wurde die Kirche 1950 wiederhergestellt und seither als Gottesdienstraum genutzt. Besonders hervorzuheben ist die 2013 abgeschlossene Renovierung, die dem Gebäude nicht nur äußerlich neue Frische verlieh, sondern auch die barocke Architektur mit modernen Zugängen versöhnte. Mit einem Google-Rating von 4,6 Sternen (basierend auf 21 Bewertungen) gilt die Neue Kirche als besonders zugänglicher Ort: Der rollstuhlgerechte Eingang und der ebenerdige Parkplatz machen sie für alle Besucher:innen nutzbar, während ein barrierefreies WC die Infrastruktur abrundet. Diese Maßnahmen spiegeln den modernen Anspruch wider, sakrale Räume für alle Generationen und Bedürfnisse zu öffnen.
Das Innere der Kirche besticht durch ihre historische Substanz, etwa die Orgel, die 1818 von Johannes Wilhelmus Timpe für die Nordempore gebaut wurde und ursprünglich 30 Register umfasste. Die Instrumentierung, die zwischen 1976 und 1980 restauriert wurde, verleiht den Gottesdiensten eine einzigartige akustische Tiefe. Zudem bietet die Gemeinde mit der Wanderausstellung „zart, wild und unersetzlich“ ein kulturelles Angebot jenseits der klassischen Andachten: Die Ausstellung zu Bienen und Wildbienen kann ausgeliehen werden und thematisiert dabei ökologische Zusammenhänge – ein Beispiel für die Verbindung von Spiritualität und gesellschaftlichem Engagement.
Als Teil der reformierten Tradition Emdens trägt die Neue Kirche auch die Spuren der Stadtgeschichte. Nach der Rückkehr Glaubensflüchtlinge im Jahr 1594 und den anschließenden Erweiterungsplänen für Emden wurde der Bau der Kirche als Teil einer größeren urbanen Entwicklung gesehen. Die Verbindung zur Nieuwe Kerk in Amsterdam unterstreicht zudem die engen kulturellen Bezüge Nordwestdeutschlands zu den Niederlanden. Heute ist die Neue Kirche nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Ort der Begegnung – ob bei Festpredigten wie der zum 400-jährigen Reformationsgedenken oder bei gemeindlichen Veranstaltungen, die das kulturelle Leben in Groß-Faldern bereichern.
Wer die Ruhe abseits des Emder Zentrums sucht, findet in der Neuen Kirche einen Ort der Besinnung, der durch seine Architektur, seine Geschichte und seine Offenheit besticht. Ob als Besucher:in, Gläubige:r oder Neugierige:r – die Kirche lädt ein, die reformierte Tradition zu erleben und gleichzeitig moderne Zugänglichkeit zu schätzen. Mit ihrer Doppelrolle als sakraler Raum und kulturelles Zentrum verkörpert sie den Geist einer Gemeinde, die Tradition und Gegenwart verbindet.