Anwesen Leonhardt
Highlights
- Denkmalschutz-Ackerbürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert mit historischer Bausubstanz seit 2001 durch den Verein ‚Anwesen Leonhardt‘ erhalten.
- Das Anwesen wurde durch Gertrud Leonhardt („Malerin mit dem Kater“) originalgetreu bewahrt und ist heute kulturell nutzbar.
- Ursprünglich mit Magazin, Scheunenkeller und Innenhof – heute durch Vereinsarbeit und Denkmalschutz saniert.
Tipps
- Die überbaute Einfahrt zur Klostergasse ermöglicht eine Verbindung zwischen den historischen Gebäudeteilen und zeigt die ursprüngliche Nutzung als Durchgangsweg.
- Das Anwesen zeigt durch die erhaltene Fassade und den Torbogen zur Markgrafenstraße den typischen Charakter eines unter Denkmalschutz stehenden Ackerbürgerhauses aus Emmendingen.
Eigenschaften
Ausflug Kulturdenkmal: Anwesen Leonhardt Emmendingen
Seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im 17. Jahrhundert prägt das unter Denkmalschutz stehende Gebäude das Stadtbild – ein Zeugnis vergangener Handwerkskunst und bäuerlicher Tradition. Der Verein „Anwesen Leonhardt“, gegründet Anfang der 2000er Jahre, setzt sich mit großem Engagement für den Erhalt und die kulturelle Nutzung des Anwesens ein. Durch die Zusammenarbeit mit Denkmalschutzbehörden, lokalen Handwerkern und Sponsoren gelingt es schrittweise, das historische Bauwerk in seinem ursprünglichen Zustand zu bewahren.
Besonders prägend war die letzte private Besitzerin, Gertrud Leonhardt, die das Anwesen mit eisernem Willen und unter Verzicht auf moderne Umbauten in seiner historischen Form erhalten konnte. Ihr Name lebt bis heute im Namen des Vereins weiter – als Hommage an die „Malerin mit dem Kater“, die das Erbe ihrer Erbtante ehrte, die das Haus ausdrücklich in seiner ursprünglichen Gestalt bewahren wollte. Die Bauweise mit ihrer markanten Mauer und dem Torbogen zur Markgrafenstraße sowie der überbauten Einfahrt zur Klostergasse unterstreicht den Charakter als historischer Durchgangsbau.
Das Anwesen umfasst heute Räume wie das Magazin im Obergeschoss, die historische Küche im Erdgeschoss, einen Innenhof sowie einen Scheunenkeller – ein authentisches Stück Emmendinger Stadtgeschichte. Der Verein nutzt die Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Bildungsangebote, um die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart lebendig zu halten. Besonders die enge Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt sicherte frühzeitig den Schutz des Gebäudes, auch wenn einige frühe Modernisierungspläne aus Misstrauen und Entscheidungszögerlichkeit nicht umgesetzt wurden.
Die Geschichte des Anwesens ist eng mit der Nachbarschaft verbunden, etwa durch die Zusammenarbeit mit dem „Freundeskreis Geyer zu Lauf“, der seit 1985 Teile des Gebäudes nutzte. Heute dient das Anwesen Leonhardt als Ort der Begegnung und des kulturellen Austauschs – ein Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz durch gemeinnütziges Engagement neu belebt wird. Für Besucher bietet es einen einzigartigen Einblick in das Leben vergangener Generationen und die handwerkliche Qualität des Ackerbürgerbaus.
Wer sich für Emmendingens kulturelles Erbe interessiert, findet im Anwesen Leonhardt ein Juwel der regionalen Geschichte. Der Verein arbeitet weiterhin daran, das Gebäude weiterzuentwickeln, ohne dabei seinen historischen Charakter zu verlieren. So bleibt das Anwesen ein lebendiges Denkmal – ein Ort, der Geschichten erzählt und gleichzeitig als Raum für neue kulturelle Impulse dient.