Kirche/Kloster

St. Johannes Baptist

Neidhardswinden 27, 91448 Emskirchen-Neidhardswinden

Highlights

  • Die Kirche St. Johannes Baptist in Emskirchen-Neidhardswinden hat einen spätromanischen Turm aus dem 13. Jahrhundert als ältesten Bauteil.
  • 1917 blieben drei historische Glocken erhalten, da sie wegen ihres Alters und Kunstwerts nicht eingeschmolzen wurden.
  • Die Kirche wurde 1790 im Markgrafenstil erbaut und integriert Reste einer älteren Südmauer.

Tipps

  • Die Orgel aus dem Jahr 1965 mit einer umfassenden Renovierung im Jahr 2000 verbindet historische Handwerkskunst mit moderner Klangtechnik und ist zentral im Kirchenraum platziert.
  • Ein barrierefreier Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen den Besuch der Kirche, wobei ein rollstuhlgerechter Parkplatz in der Nähe verfügbar ist.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kirchenbesuch St. Johannes Baptist Emskirchen-Neidhardswinden

Die evangelische St. Johannes Baptist-Kirche in Emskirchen-Neidhardswinden ist ein historisch bedeutsames Sakralgebäude mit einer reichen Vergangenheit, das sich tief in der regionalen Geschichte verankert hat. Die Pfarrei wird erstmals im Jahr 1156 urkundlich erwähnt, doch bereits in karolingischer Zeit könnte an dieser Stelle eine fränkische Eigenkirche gestanden haben. Der spätromanische Kirchturm aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts ist der älteste erhaltene Bauteil und diente ursprünglich als Chorraum. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das oberste Turmgeschoß 1658 ergänzt, und 1766 folgte der Anbau der Sakristei an der Ostseite.

Ein markantes Merkmal der Kirche ist ihr Bau im sogenannten „Markgrafenstil“, der um 1790 nach Plänen des Architekten Johann Gottlieb Riedel aus Bayreuth entstand. Dieser Stil integriert Teile einer älteren Südmauer und prägt bis heute das Erscheinungsbild des Gebäudes. Besonders auffällig ist der Altar aus derselben Epoche, der durch seine zentrale Kanzel und die seit 1963 aufgesetzte Orgel besticht – eine Kombination, die in Kirchen dieser Art selten anzutreffen ist. Die Orgel selbst wurde 1965 von der Firma Steinmeyer erbaut und 2000 grundlegend renoviert, wobei sie bis heute als musikalisches Herz der Gemeinde dient.

Die Kirche beherbergt nicht nur architektonische, sondern auch historische Schätze. So wurden ihre Glocken im Ersten Weltkrieg nur teilweise abgegeben, da ihr Alter und Kunstwert sie vor der Einschmelzung bewahrten. 1924 folgten Ersatzglocken aus Klangstahl, die 1969 durch neue ersetzt wurden. Zudem erinnert die Kirche an die jahrhundertealte Tradition des Margaretenfests, das der Heiligen Margareta von Antiochia gewidmet ist – einer der 14 Nothelfer, die im 14. Jahrhundert in Franken weit verbreitet waren. Ihr Grabdenkmal im Kloster Birkenfeld, das 1275 von Burggrafen von Nürnberg gegründet wurde, unterstreicht die Verbindung zu regionalen Heiligengeschichten.

Neben der Hauptkirche prägt die Auferstehungskirche (bis 2001 als Friedhofskirche bekannt) das Ortsbild. Erbaut 1705–1706 als quadratischer Saalbau von Hugenotten, diente sie den aus Frankreich Vertriebenen als Zufluchtsort. Der neugotische Eingang und der Plattenbelag im Chor stammen aus dem 19. Jahrhundert, als der Friedhof 1824 erweitert wurde. Die letzte größere Renovierung erfolgte 1999 in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege, um den historischen Charakter zu bewahren.

Die Kirche ist nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein Spiegel der regionalen Geschichte – von karolingischen Anfängen über die Hugenottenflucht bis hin zu den barocken Umbauten. Mit ihrem rollstuhlgerechten Parkplatz und dem kulturellen Erbe bietet sie Besuchern eine gelungene Verbindung von Tradition und Zugänglichkeit. Ein Besuch lohnt sich für alle, die an sakraler Architektur und regionaler Identität interessiert sind.

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