Windloch
Highlights
- Das Windloch im Mühlenberg ist mit 8453 m die größte Höhle Nordrhein-Westfalens.
- Die mindestens 35 Millionen Jahre alte Höhle liegt im Basiskalk des Mühlenbergs bei Ründeroth.
- Im Windloch wurden außergewöhnliche Kristalle, seltene Gipsformationen und größte Eisenblüten Europas entdeckt.
Tipps
- Wanderweg "Höhlenweg" #14 führt zu Infotafeln mit Höhlenthemen und Audiostationen.
- Baum des Glücks sowie virtuelles Höhlenerlebniszentrum sind 2022 geplant.
- Windloch bleibt unzugänglich – größte NRW-Höhle mit Kristallen und Gipsformationen.
Eigenschaften
Über Windloch
Das Windloch im Mühlenberg ist eine außergewöhnliche naturwissenschaftliche Entdeckung im englischen Ortsteil Ründeroth und gehört zum Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Mit einer dokumentierten Länge von über 8.400 Metern ist es die größte bisher bekannte Höhle in Nordrhein-Westfalen und zählt somit zu den Riesenhöhlensystemen. Geologisch befindet sich das Höhlensystem im Basiskalk des Mitteldevons und ist mindestens 35 Millionen Jahre alt. Die erste Erstbefahrung durch Höhlenforscher fand im Jahr 2019 statt, nachdem Forscher jahrzehntelang vermutet hatten, dass sich unter dem Mühlenberg ein größeres Höhlensystem verbirgt.
Das Windloch liegt im Bereich des Aggertals und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Aggertalhöhle, von der es vermutlich einst einen unterirdischen Zusammenhang gab. Beide Höhlen entstanden in derselben geologischen Formation, doch durch spätere Geländeveränderungen wurden sie voneinander getrennt. Die Höhle selbst ist öffentlich nicht zugänglich, da sie vollständig unberührt erhalten bleiben soll. Der Eingang befindet sich in einem abgesperrten Bereich und wird durch eine Metallabdeckung gekennzeichnet, während am ursprünglichen Fundort lediglich eine Infotafel für interessierte Besucher vorhanden ist.
Bei der Erstbefahrung konnten beeindruckende Hohlräume sowie große hallenartige Gänge mit einer Länge von rund einem Kilometer vermessen werden. In weiteren Vermessungen durch bis zu 17 Höhlenforscher wurde die Gesamtlänge sukzessive ermittelt. Im Inneren des Windlochs wurden seltene Gipsformationen, Fossilien, Kristalle und bemerkenswerte Eisenblüten entdeckt – darunter möglicherweise die größten ihrer Art in Europa. Einzelne Funde wie ein vertrockneter Frosch in tiefer Lage bleiben bislang rätselhaft. Obwohl die Höhle bisher keine bekannte Höhlenfauna beherbergt, bieten ihre Formationen reichhaltige Einblicke in die geologische Vergangenheit der Region.
Die Entdeckung des Windlochs war das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeit und Zufallsbeobachtungen. Hinweise ergaben sich unter anderem durch das ungewöhnlich schnelle Verschwinden der Walbach in Schlucklöchern. Erste Spalten und warme Luftströme bei Bauarbeiten im Jahr 2009 weckten den Verdacht auf ein unterirdisches System. Nach intensiven Nachforschungen gelang es dem Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. unter Leitung von Stefan Voigt, einen Zugang zur Höhle zu finden. Seitdem wird das System kontinuierlich vermessen und erforscht, wobei jedes Jahr neue Abschnitte kartiert werden.
Obwohl die Höhle selbst nicht betreten werden kann, wurde 2022 ein neuer Wanderweg namens „Höhlenweg“ in Ründeroth eröffnet, der sich thematisch mit der Entdeckung und Erforschung des Windlochs beschäftigt. An zehn Infotafeln entlang des 8,4 km langen Weges erhalten Besucher Einblicke in die Höhlenforschung, die Geologie der Region sowie die Besonderheiten des Windlochs. Für Kinder gibt es spezielle Audiostationen und eine altersgerechte Aufbereitung durch den WDR-Maus-Content. Parallel dazu entsteht in unmittelbarer Nähe zur Aggertalhöhle ein Höhlenerlebniszentrum, das Besuchern die Möglichkeit bietet, die unterirdische Welt des Windlochs virtuell zu erkunden und gleichzeitig Wissen rund um die Höhlenforschung zu vermitteln.