Denkmal/Gedenkstätte

Elftausend-Mägde-Turm

55268 Nieder-Olm

Highlights

  • Der Elftausend-Mägde-Turm ist eine mittelalterliche Ruine bei Stadecken-Elsheim in Rheinland-Pfalz.
  • Er diente im 14. Jahrhundert als befestigte Zollstation mit Torhaus und Brücke über die Selz.
  • Seit 2006 kümmert sich der Karnevalsverein „Die Schnorressänger“ um den Erhalt und teilweise Wiederaufbau der Anlage.

Tipps

  • Radler finden hier einen idealen Rastplatz am Selztalradweg mit Blick auf die historische Ruine.
  • Neben dem Turm lohnt ein Besuch des benachbarten Weinguts mit Aussicht über das Tal.
  • Die nahegelegene Elftausend-Mägde-Mühle bietet weitere Einblicke in die Region und ihre Geschichte.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Elftausend-Mägde-Turm

Der Elftausend-Mägde-Turm in Nieder-Olm ist eine historische Ruine im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Die mittelalterliche Anlage am westlichen Ortsrand von Stadecken-Elsheim zählt zu den bemerkenswerten Kulturdenkmälern der Region und zeugt noch heute von ihrer reichen Vergangenheit. Ursprünglich als befestigtes Torhaus mit zwei runden Ecktürmen errichtet, diente der Turm einst als Zollstation an der wichtigen Handelsstraße zwischen Mainz und Kreuznach. Das Bauwerk sowie das zugehörige Brückenbauwerk wurden aus Kalkbruchsteinen und Lesesteinen errichtet und weisen eine architektonische Ausschmückung in Form von Rundbogenfriesen auf.

Die Anlage verlor im Laufe der Jahrhunderte ihre ursprüngliche Funktion, geriet mehr und mehr in Verfall und ist heute als romantische Ruine erhalten. Ein besonderes Merkmal der Stelle ist der verlegte Verlauf der Selz, der ursprünglich direkt unterhalb des Turms floss. In den 1960er Jahren wurde der Bach um einige Meter südwestlich verlegt; dennoch wurde später durch archäologische Maßnahmen der ursprüngliche Lauf angedeutet und Teile der Brückenfundamente sichtbar gemacht. Seit 2006 kümmert sich der Karnevalsverein „Die Schnorressänger“ als Pate um den Erhalt und eine teilweise Rekonstruktion der Ruine.

Der Name „Elftausend-Mägde-Turm“ leitet sich aus einer mittelalterlichen Sage ab, die von der Heiligen Ursula und ihrem Gefolge von elftausend Jungfrauen handelt. Laut Überlieferung fanden die frommen Wallfahrerinnen auf ihrem Rückweg von Rom hier Aufnahme für die Nacht. Die Ruine ist nicht mit der nur wenige Meter entfernt gelegenen Elftausend-Mägde-Mühle zu verwechseln, die heute als Weingut genutzt wird. Beide Bauwerke prägen das Stadtbild und laden Besucher zu einer zeitgeschichtlichen Auseinandersetzung ein.

Heute dient der Elftausend-Mägde-Turm als beliebter Rastplatz, insbesondere für Radfahrer, die sich auf der Obstroute oder dem Selztalradweg bewegen. Die idyllische Lage am Kreuzungspunkt mehrerer Wege sowie die Nähe zu Weinbergen und einem Weingasthof machen die Stelle zu einem lohnenswerten Zwischenstopp. Seit 2016 wird die Ruine zudem als Kulisse für eine Weihnachtskrippenlandschaft mit über 50 Figuren genutzt, die dem historischen Ort eine weitere kulturelle Dimension verleiht.

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