Sulzer See
Highlights
- Der Sulzer See entstand durch Kiesabbau und wird heute renaturiert.
- Das Westufer bietet Lebensräume für Tiere und Pflanzen der Uferzonen.
- Im Ostufer entsteht ein Naturlehrpfad und ein Beobachtungspunkt für Vögel.
Tipps
- Der Sulzer See ist nicht touristisch erschlossen, daher gibt es keine ausgewiesenen Bade- oder Angelplätze.
- Parkplätze sind nahe dem See nicht vorhanden, Anfahrt mit PKW ist schwierig, wildes Parken ist weit entfernt.
- Trotz fehlender Infrastruktur lohnt sich der Besuch für Naturliebhaber, insbesondere wegen der ruhigen Atmosphäre und der naturnahen Entwicklung des Sees.
Eigenschaften
Über Sulzer See
Der Sulzer See liegt im thüringischen Erfurt und zählt zu den renaturierten Gewässern der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Erfurter Seen“. Ursprünglich durch Kiesabbau entstanden, entwickelt sich der See seit Jahren zu einem Naturschutzgewässer mit vielfältigen ökologischen Strukturen. Das Areal gliedert sich in ein Hauptbecken sowie ein östliches Seerandbecken und umfasst aktuell eine Fläche von rund 56 Hektar, die in den kommenden Jahren auf etwa 63 Hektar erweitert wird. Im Süd- und Westteil des Sees finden sich verschiedene Biotope, darunter ein ehemaliger Abraumhügel, der sich über Jahrzehnte natürlicher Sukzession entwickelt hat – von Schilfgürteln bis hin zu bewaldeten Flächen.
Das Westufer des Sulzer Sees ist bereits renaturiert und weist eine strukturreiche Uferlandschaft mit Buchten und Kleingewässern auf, die Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten bieten. Im Ostuferbereich entsteht ein Grünzug sowie ein Naturlehrpfad, der künftig Besucher*innen über das Ökosystem des Sees informieren soll. Perspektivisch ist auch der Bau einer Beobachtungshütte am Südufer geplant, um die Vogelwelt besser erforschen und erleben zu können. Der nördlich angrenzende Schwerborner See ist über einen Damm vom Sulzer See getrennt, unter dem die BAB 71 verläuft.
Obwohl der Sulzer See nicht offiziell als Bade- oder Angelgewässer ausgewiesen ist, wird er dennoch gelegentlich von Besucher*innen für private Erholungszwecke genutzt. Der Zustieg zum Wasser ist jedoch nicht offiziell erschlossen, und eine Anfahrt mit PKW gestaltet sich schwierig, da Parkplätze nicht vorhanden oder nur in weiter Entfernung verfügbar sind. Teilweise wird daher in unmittelbarer Nähe des Sees geparkt, was jedoch nicht genehmigt ist. Dennoch berichten einige Besucher*innen von besonders ruhigen und abgeschiedenen Plätzen am See, zu denen man allerdings zu Fuß einen längeren Weg zurücklegen muss.
Die Nutzung des Sees konzentriert sich neben der Erholung vor allem auf Naturschutz und ökologische Entwicklung. Der Betrieb des ehemaligen Kieswerks Sulzer wurde durch die Firma K+B Kies und Beton GmbH durchgeführt, die hier seit mehreren Jahrzehnten abbaut. Inzwischen steht die Fläche zunehmend unter Naturschutz, und der See wird schrittweise in ein ökologisch wertvolles Landschaftselement überführt. Die künftige Nutzung des Sees ist als reiner Naturschutzsee vorgesehen, was den Fokus auf ungestörte Entwicklung und artenschutzfachliche Aspekte legt.