Kirche/Kloster

Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob

Kapellpl. 28, 84503 Altötting

Highlights

  • Die Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob in Altötting ist eine spätgotische Hallenkirche mit romanischen Resten.
  • Der Bau der heutigen Kirche begann um 1499 unter Propst Johannes Mair und wurde 1511 geweiht.
  • Erhaltene Originalteile sind die Eichenholztüren der Langhausportale mit figürlichen Schnitzereien aus 1513.

Tipps

  • Der Kreuzgang mit mehreren Kapellen lädt zur Besichtigung ein und bietet beeindruckende Architektur.
  • Vor der Kirche befinden sich Geschäfte mit religiösen Andenken wie Kerzen, Kreuze und Rosenkränze.
  • Das spätgotische Kircheninnere mit dem berühmten Pestuhrwerk und dem hölzernen Portal ist sehenswert.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob

Die Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob in Altötting ist eine bedeutende spätgotische Hallenkirche und zentraler Bestandteil des historischen Wallfahrtsortes im Landkreis Altötting. Als eine der größten Kirchen am Kapellenplatz liegt sie unmittelbar neben der berühmten Gnadenkapelle und bildet zusammen mit dem angeschlossenen Kollegiatstifts-Kreuzgang ein architektonisch und kulturhistorisch beeindruckendes Ensemble. Die Kirche wurde im Zuge der einsetzenden Wallfahrtsbewegung im späten 15. Jahrhundert neu errichtet und ist das letzte große Beispiel einer spätgotischen Hallenkirche im bayerischen Raum.

Der Grundstein für den heutigen Bau wurde unter Stiftspropst Johannes Mair gelegt, gefördert durch Herzog Georg den Reichen von Bayern-Landshut. Die Weihe erfolgte einige Jahre später und markierte den Abschluss eines ambitionierten Bauprojektes. Baumeister wie Ulrich Häntler, Jörg Perger und Hans Brandhuber prägten das Bauwerk, das sich durch eine dreischiffige Halle mit einem 6/12-Chorschluss auszeichnet. Im Kern blieben Elemente des spätromanischen Vorgängerbauwerks erhalten, darunter die unteren Geschosse der Türme sowie Teile der Vorhalle. Besonders bemerkenswert ist der nördlich an den Chor angefügte Sakristeibau, der heute eine eucharistische Anbetungskapelle beherbergt.

Die Kirche verfügt über eine bemerkenswerte originale Ausstattung, darunter die um 1513 geschaffenen doppelflügeligen Eichenholztüren an den Langhausportalen. Diese Türen zählen zu den Hauptwerken der spätgotischen Schnitzkunst und zeigen aufwendige figürliche Darstellungen, darunter Szenen aus dem Leben Christi sowie Heiligen- und Marienbilder. Der Meister hinter diesen Türen wird nach diesem Werk als „Meister der Altöttinger Türen“ bezeichnet. Auch die Innenausstattung hinterlässt einen tiefen Eindruck: Der prächtige Hochaltar, die kunstvoll gestaltete Orgel und das reich figurierte Rippengewölbe unterstreichen den sakralen und künstlerischen Reichtum des Ortes.

Ein besonderes Highlight stellt die historische Uhr am Eingang der Kirche dar. Sie zeigt ein bewegliches Skelett mit Sense, das als Mahnung an die Vergänglichkeit im Zeitalter der Pest entstand. Diese Darstellung zieht viele Besucher an und ist ein markantes Zeugnis der damaligen Zeit. Vor der Kirche befinden sich mehrere Geschäfte, die Wallfahrtsartikel wie Kerzen, Rosenkränze und Kreuze anbieten und somit den kulturellen und religiösen Charakter des Ortes unterstreichen.

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