Denkmal/Gedenkstätte

Immerath (alt)

Freiheitstraße 29, 41812 Erkelenz

Highlights

  • Immerath (alt) war ein ländlicher Ort in der fruchtbaren Erkelenzer Börde, erstmals 1530 als *Emenrait* urkundlich erwähnt.
  • 1888–1891 entstand die neuromanische Basilika *St. Lambertus* als prägendes Kirchengebäude des Ortes.
  • Ab 2006 erfolgte die Umsiedlung nach *Neu-Immerath*, während der alte Ort durch den Tagebau bedroht war.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Kulturdenkmal Immerath (Erkelenz) – Ausflugsziel

Immerath (alt), heute ein historischer Ortsteil von Erkelenz im Kreis Heinsberg, war einst ein eigenständiger, ländlich geprägter Ort in der fruchtbaren Erkelenzer Börde. Der Name tauchte erstmals im 16. Jahrhundert auf – 1530 als *Emenrait* und später als *Emeradt* – bevor er sich im 19. Jahrhundert zu Immerath festigte. Die Region war seit jeher landwirtschaftlich geprägt und lag auf der Hauptterrasse der Börde, einer fruchtbaren Ebene, die die wirtschaftliche Grundlage bildete. Im 19. Jahrhundert wurde Immerath Teil der preußischen Verwaltung und entwickelte sich zur selbstständigen Bürgermeisterei, die neben Immerath auch die Dörfer Holzweiler, Lützerath, Pesch und Spenrath umfasste.

Ein prägendes Merkmal des Ortes war die katholische Gemeinde, die 1888 bis 1891 eine neuromanische Basilika mit markanten Doppeltürmen errichten ließ. Die Kirche St. Lambertus, entworfen vom Kölner Baumeister Erasmus Schüller, diente als religiöses Zentrum und spiegelt den kulturellen Aufschwung der Region wider. Daneben war Immerath auch ein Ort mit sozialer Verantwortung: Im frühen 20. Jahrhundert unterhielt hier die aus Lüttich stammende Kongregation der Töchter vom Heiligen Kreuz eine Anstalt für Epileptikerinnen. Nach einer Überbelegung in Düsseldorf-Rath wurde 1902 bis 1903 ein neues Kloster mit Kapelle und Krankentrakt erbaut, das bis 2001 als Altersruhesitz für Schwestern der Kongregation genutzt wurde.

Die jüdische Gemeinde in Immerath ist seit 1774 belegt, wobei ihre Blütezeit vor allem im 19. Jahrhundert lag. Die Präsenz jüdischer Familien prägte das gesellschaftliche Leben, doch ihre Spuren sind heute nur noch in historischen Aufzeichnungen nachvollziehbar. Ein weiteres historisches Wahrzeichen war die Immerather Mühle, eine unter Denkmalschutz stehende Turmwindmühle oder Bergholländer, die bis zu ihrem Abriss 2018 an der Grenze zum Erkelenzer Stadtgebiet stand. Die Mühle war ein weithin sichtbares Symbol der regionalen Handwerkstradition und ein beliebtes Fotomotiv für Besucher.

Die Eisenbahn erreichte Immerath 1873 mit der Eröffnung der Strecke Mönchengladbach–Hochneukirch–Jülich, die den Ort an das überregionale Verkehrsnetz anband. Die Verbindung verbesserte nicht nur die wirtschaftliche Lage, sondern förderte auch den kulturellen Austausch mit Nachbarorten wie Jackerath oder Jülich. Doch trotz dieser Entwicklung musste Immerath 2006 den Ort verlassen, als mit dem Bau von Neu-Immerath die Umsiedlung begann. Der ursprüngliche Ort fiel dem Tagebau zum Opfer, doch seine historische Substanz – von der Basilika bis zur Mühle – hinterlässt bis heute ein bleibendes Erbe in der Erinnerung an die Region.

Heute ist Immerath (alt) ein Ort der Erinnerung, der die Vielfalt seiner Geschichte widerspiegelt: von der landwirtschaftlichen Prägung über die soziale Arbeit der Schwesternkongregation bis hin zum industriellen Wandel durch den Tagebau. Die historischen Bauten und die Lebensgeschichten der Bewohnerinnen und Bewohner machen den Ort zu einem faszinierenden Zeugnis der regionalen Entwicklungen im Kreis Heinsberg.

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