Denkmal/Gedenkstätte

NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld

Friedrich-Ebert-Straße 42, 47799 Krefeld-Bockum

Highlights

  • Die NS-Dokumentationsstelle Krefeld zeigt in der Villa Merländer die Geschichte des Nationalsozialismus in Krefeld mit Fokus auf Verfolgung, Holocaust und lokale Schicksale.
  • Wissenschaftlich aufbereitet mit Archiv und Ausstellungen, bietet die Einrichtung Führungen, Workshops und Veranstaltungen zur NS-Geschichte und kritischen Bildung.
  • Die freigelegten Wandgemälde von Heinrich Campendonk in der Villa – als ‚entartete Kunst‘ im NS-Regime verboten – sind heute Teil der Dauerausstellung.

Tipps

  • Die Dauerausstellung bietet Einblicke in die lokale Geschichte des Nationalsozialismus mit Fokus auf Verfolgung, Widerstand und Alltagsleben in Krefeld während der NS-Zeit.
  • Für Gruppen wie Schulklassen oder Studierende werden spezielle Führungen und Workshops angeboten, die vertiefende Einblicke in historische Zusammenhänge ermöglichen.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

NS-Dokumentationsstelle Krefeld-Bockum: Kulturdenkmal

Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld in Krefeld-Bockum ist ein zentraler Ort der historischen Aufarbeitung und Bildung zur NS-Zeit am Niederrhein. Eingebettet in die denkmalgeschützte Villa Merländer an der Friedrich-Ebert-Straße, verbindet die Einrichtung wissenschaftliche Forschung mit öffentlicher Erinnerungskultur. Die Dauerausstellung „Krefeld im Nationalsozialismus“ beleuchtet die lokalen Verbrechen, die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und die Schicksale betroffener Familien – darunter auch die tragische Geschichte des Villa-Besitzers Richard Merländer, der 1941 in ein „Judenhaus“ zwangsumgesiedelt und später deportiert wurde.

Besonderes Augenmerk liegt auf der künstlerischen Dimension der Villa: Bei Renovierungsarbeiten wurden 1989 zwei Wandgemälde des „entarteten“ Künstlers Heinrich Campendonk unter alten Tapeten entdeckt. Die restaurierten Werke, die einst als „undeutsch“ diffamiert wurden, sind heute Teil der Ausstellung und veranschaulichen die Unterdrückung moderner Kunst im Nationalsozialismus. Die Villa selbst steht damit als Mahnmal für die Zerstörung jüdischen Lebens und kultureller Vielfalt in der Region.

Seit ihrer Gründung in den 1990er-Jahren fungiert die Dokumentationsstelle als wissenschaftliche Einrichtung mit Archiv, die Forschung, Ausstellungen und Bildungsarbeit verbindet. Neben der Dauerausstellung finden hier regelmäßig Veranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Filmabende statt – etwa zur Aufarbeitung des Kriegsendes oder zu Stolperstein-Projekten, die an vergessene Opfer erinnern. Besonders engagiert setzt sich die Einrichtung für pädagogische Angebote ein, etwa durch Schulworkshops und Führungen, die junge Generationen zur kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte anregen.

Die Villa Merländer wurde nicht nur als Ausstellungsort erhalten, sondern auch als Denkmal für die Opfer des Holocaust gewidmet. Der Verein „Villa Merländer“, der sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Aufarbeitung einsetzt, trägt maßgeblich zur Kontinuität der Arbeit bei. Durch Kooperationen mit Schulen und lokalen Initiativen – etwa bei der Verlegung von Stolpersteinen – bleibt die Dokumentationsstelle ein lebendiger Ort der Erinnerung. Trotz personeller und struktureller Herausforderungen bleibt ihr Auftrag ungebrochen: die Aufklärung über lokale NS-Verbrechen und die Förderung einer verantwortungsvollen Geschichtsvermittlung.

Mit einer Mischung aus historischen Dokumenten, digitalen Medien und künstlerischen Zeugnissen bietet die Ausstellung vielfältige Zugänge zur NS-Geschichte. Die Integration moderner Technologien ermöglicht es, Themen dynamisch aufzuarbeiten und neuen Zielgruppen zugänglich zu machen. Die NS-Dokumentationsstelle unterstreicht damit ihre Rolle als Ort der Mahnung und des Lernens – ein unverzichtbarer Beitrag zur Erinnerungskultur im Krefelder Raum und darüber hinaus.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…