Antoniuskapelle
Highlights
- Die Antoniuskapelle auf dem Schlickumer Hügel wurde 1506 als Ziegelbau auf einem künstlichen Erdhügel errichtet und gehörte zum ältesten Gut der Region.
- 1965 entdeckte man bei Ausgrabungen auf dem Kapellenhügel Grabverfärbungen aus der Zeit zwischen 900 und 1100, die auf frühe christliche Bestattungen hindeuten.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Zugang zur Antoniuskapelle.
- Die Kapelle liegt auf einem historischen Hügel, der mit der sächsischen Mission und frühen Siedlungsstrukturen entlang der *strata coloniensis* verbunden ist.
- Die Architektur der Kapelle aus dem 15. Jahrhundert zeigt Spuren späterer Umbauten und historischer Umnutzungen im 18. und 19. Jahrhundert.
Eigenschaften
Antoniuskapelle Erkrath-Hochdahl: Sakrale Kultur
Die Antoniuskapelle in Erkrath-Hochdahl ist ein historisches Sakralbauwerk mit tiefen Wurzeln in der regionalen Geschichte. Sie gehört zum ehemaligen Gut Schlickum, das als einer der ältesten Höfe der Gegend gilt und als zentraler Siedlungskern für die Entwicklung der Gemeinde Hochdahl fungierte. Bereits im 9. Jahrhundert wurde das Gut im Zusammenhang mit der karolingischen Sachsenmission durch den Missionar Ludgerus als Stützpunkt an der „strata coloniensis“ – der alten Handelsstraße zwischen Werden und Köln – erwähnt. Die Kapelle selbst entstand vermutlich im Jahr 1506 als Ziegelbau auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel, der später zu einem beliebten Ausgrabungsort wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte unterstand das Gut wechselnden Herrschaftsbereichen, darunter die Grafen von Berg und später die Reichsgrafen von Nesselrode, die im 18. Jahrhundert das Gut aufbauten. Die Kapelle blieb dabei ein wichtiger Bestandteil des Anwesens, auch wenn ihre genaue Geschichte im Detail unklar bleibt. Dokumentarische Hinweise deuten darauf hin, dass sie möglicherweise im 18. Jahrhundert erneuert oder neu errichtet wurde. Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Gottesdienst in der Kapelle zunehmend durch Vikare aus Erkrath oder die Kaplanei von Mettmann betreut, bis sie schließlich in den 1970er Jahren ihren ursprünglichen Zweck verlor und für den Bau der Trillser Kirche genutzt wurde.
Besonders faszinierend ist die archäologische Bedeutung des Kapellenhügels. Bei Ausgrabungen im 20. Jahrhundert weckte die Vermutung, hier könnten Überreste römischer Legionäre aus der Varusschlacht liegen, großes Interesse. Tatsächlich fanden sich in etwa einem Meter Tiefe Bodenverfärbungen, die auf Bestattungen aus der Zeit zwischen 900 und 1100 hinweisen – eine Epoche, die mit der Gründung des Ortes „Slikon“ in Verbindung gebracht wird. Diese Entdeckungen unterstreichen die historische Bedeutung des Geländes, das einst Teil eines landwirtschaftlichen Guts war und später zu einer Wohnanlage umgebaut wurde.
Heute ist die Antoniuskapelle ein stiller Zeuge der regionalen Geschichte und ein Ort mit besonderer Atmosphäre. Der rollstuhlgerechte Zugang ermöglicht es Besuchern, die historische Stätte zu erkunden. Obwohl sie nicht mehr aktiv als Gottesdienstort genutzt wird, bleibt sie ein bedeutendes Kulturdenkmal – ein Relikt aus einer Zeit, als Hochdahl noch von adligen Herrschaften geprägt war und die Kapelle als spiritueller Mittelpunkt des Guts diente.