Kirche/Kloster

ehemalige Synagoge Edenkoben

Bahnhofstraße 47, 67377 Edenkoben

Highlights

  • Die ehemalige Synagoge in Edenkoben wurde 1830/31 neben einer jüdischen Schule und einem rituellen Bad errichtet.
  • Bis 1940 bestand in Edenkoben eine jüdische Gemeinde mit bis zu 190 Mitgliedern im 19. Jahrhundert.
  • David Bür war ab 1929 Lehrer, Kantor und Schochet der Gemeinde und lebte in der Bahnhofstraße 42.

Tipps

  • Die Umgebung der Synagoge bietet Hinweise auf das historische Umfeld, darunter das ehemalige Schulhaus von 1830/31 und das rituelle Bad, das vom Triefenbach gespeist wurde.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Edenkoben: Ehemalige Synagoge – Kultur & Sakrales

Die ehemalige Synagoge in Edenkoben ist ein bedeutendes Zeugnis der jüdischen Geschichte der Stadt, die seit dem Mittelalter zur Kurpfalz gehörte. Die jüdische Gemeinde war hier bis 1940 aktiv und prägte das kulturelle und religiöse Leben der Region. Im 19. Jahrhundert erreichte die Zahl der jüdischen Einwohner ihren Höhepunkt, wobei die Gemeinde 1847 mit rund 190 Mitgliedern ihren größten Umfang erreichte – etwa 3,6 % der Gesamtbevölkerung. Neben der Synagoge unterhielt die Gemeinde eine Schule, ein rituelles Bad sowie einen eigenen Friedhof, der von einem Mühlenbach gespeist wurde.

Das Schulhaus neben der Synagoge wurde 1830/31 errichtet und diente als zentraler Ort für den Religionsunterricht. Die Gemeinde beschäftigte im 19. Jahrhundert zwei fest angestellte Mitarbeiter, darunter den Lehrer und Kantor Maier Elsasser, der 1855 sein 25-jähriges Dienstjubiläum feierte. Neben religiösen Aufgaben unterrichtete er auch an höheren Schulen und war zugleich als Schochet tätig. Später übernahm David Bür ab 1929 die Rolle als Lehrer, Kantor und Schochet in Edenkoben, wobei er in der Bahnhofstraße wohnte.

Die Synagoge selbst war nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein sozialer Mittelpunkt der jüdischen Gemeinschaft. Neben religiösen Handlungen betrieben mehrere Mitglieder der Gemeinde Handel und Gewerbe, was die Integration in das lokale Leben stärkte. Die Architektur der Synagoge spiegelt den typischen Stil jüdischer Gottesdienste des 19. Jahrhunderts wider, auch wenn heute nur noch wenige äußere Spuren erhalten sind. Die ehemalige Synagoge steht heute als Mahnmal für die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Edenkoben und erinnert an das kulturelle Erbe der Region.

Die Umgebung Edenkobens, eingebettet in die pfälzische Landschaft, bot der jüdischen Gemeinde über Jahrhunderte eine gewisse Autonomie. Der nahegelegene Friedhof und das rituelle Bad am Triefenbach zeugen von der Selbstständigkeit der Gemeinde, die sich trotz äußerer Umstände ihre Traditionen bewahrte. Die ehemalige Synagoge ist heute ein Ort der Erinnerung und ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung der regionalen Geschichte. Sie lädt dazu ein, die Spuren des jüdischen Lebens in Edenkoben zu erkunden und die Vielfalt der kulturellen Vergangenheit der Stadt zu würdigen.

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