Burg/Schloss

Schloss Schellenberg

Renteilichtung 1, 45131 Essen-Stadtbezirke II

Highlights

  • Schloss Schellenberg wird erstmals 1230 als ‚Haus auf’m Berge‘ urkundlich erwähnt und war Sitz der Freiherren von Vittinghoff.
  • 1487 stiftete Cord von Vittinghoff-Schell hier eine Herberge, die bis ins 20. Jh. als Gasthaus und Hospital diente.
  • Nach dem Auszug der Familie 1910 diente das Schloss ab 1919 als Frauen- und Kinderheim, heute sind es Bürogebäude.

Tipps

  • Der historische Eingang des Schlosses zeigt originale Backsteinarchitektur aus dem 15. Jahrhundert mit spätmittelalterlichen Elementen.
  • Im Inneren finden sich originale Stuckdecken und Kamine aus der Zeit der Vittinghoffs, die bis ins 19. Jahrhundert genutzt wurden.
  • Die ehemalige Dorfschenke von 1487 dient heute als gastronomischer Bereich mit regionalem Bezug zur Essener Geschichte.

Eigenschaften

Kulturell Ganzjährig

Burg Schellenberg in Essen-Stadtbezirk II entdecken

Jahrhundert als „Haus auf’m Berge“ urkundlich erwähnt wird. Die Adelsfamilie von Vittinghoff tritt erstmals 1230 mit Heinrich de Vitinghofen in Erscheinung und prägte über Jahrhunderte die Region. Besonders im 15. Jahrhundert gewann die Familie an Einfluss, als die Fürstäbtissin von Essen ihr 1456 das Erbdrostenamt übertrug – ein Amt, das bis zur Säkularisierung 1802 in ihrem Besitz blieb.

Ein markantes Zeugnis der Verbindung von Adel und Gemeinschaft ist die 1487 von Cord von Vittinghoff-Schell gestiftete „Alte Dorfschenke“ an der Frankenstraße. Das Gebäude diente als Hospital, Gasthaus und Herberge und unterstreicht die soziale Verantwortung der Familie. Bis ins frühe 20. Jahrhundert blieb das Schloss vor allem Wohnsitz und Wirtschaftszentrum der Vittinghoffs, wobei die Anlage ausschließlich für private und landwirtschaftliche Zwecke genutzt wurde.

Ein Wendepunkt in der Geschichte des Schlosses war der Bau der Zeche Gottfried-Wilhelm im frühen 20. Jahrhundert. Obwohl die Familie lange gegen die Aufschüttung eines Förderschachts im Wald kämpfte, konnte sie nur teilweise Erfolg verbuchen: Die Aufbereitungsanlage wurde schließlich in Rellinghausen errichtet, und die Zeche erhielt Strom statt Dampfkraft. Doch der Konflikt war nicht zu vermeiden – 1910 verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Haus Kalbeck bei Weeze am Niederrhein, um dem industriellen Druck zu entgehen.

Nach dem Auszug der Vittinghoffs übernahm 1919/20 der katholische Förderverein für Frauen, Mädchen und Kinder die Nutzung des Schlosses. Die Anlage diente fortan gemeinnützigen Zwecken, bevor sie sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem modernen Bürostandort entwickelte. Heute trägt das Schloss Schellenberg die Spuren seiner bewegten Vergangenheit, während es sich gleichzeitig als funktioneller Teil der Essener Stadtlandschaft etabliert hat.

Mit seiner einzigartigen Mischung aus mittelalterlicher Adelsgeschichte, industrieller Zäsur und sozialem Engagement verkörpert das Schloss Schellenberg die vielschichtige Entwicklung Essens – von der feudalen Vergangenheit bis hin zu den Herausforderungen der Moderne. Als eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der von Vittinghoff-Dynastie bleibt es ein Ort der Erinnerung und ein Stück lebendige Regionalgeschichte.

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