Kirche/Kloster

Dorfkirche

Bäckergasse, 73457 Essingen

Highlights

  • Seit 1992 verfügt die Kirche über eine Orgel der Fa. [Name fehlt], während der Wehrgang der 1607 erbauten Lauterburger Kirche heute als Gemeindesaal genutzt wird.
  • Die Marienkapelle auf dem Essinger Friedhof stammt aus dem 15./16. Jh., nur der gotische Chorraum ist noch erhalten.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit Mobilitätseinschränkungen einen ungehinderten Eintritt in die Quirinuskirche.
  • Die spätgotische Architektur der Kirche zeigt historische Details aus dem 15. und 16. Jahrhundert, darunter den erhaltenen Wehrgang im Gemeindesaal.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Ausflug Kultur Sakral: Dorfkirche Essingen

Die Dorfkirche in Essingen, heute als Quirinuskirche bekannt, ist ein prägendes Zeugnis spätgotischer Sakralarchitektur in der Region. Als Teil des historischen Ortskerns vereint sie über Jahrhunderte hinweg kirchliche Tradition, regionale Identität und architektonische Schönheit. Die Kirche entstand in enger Verbindung mit der lokalen Geschichte: Bereits im 17. Jahrhundert prägte die Adelsfamilie der Woellwarth das Bild Essingens, und ihre Spuren sind bis heute in den Bausubstanzen und der Gemeindeordnung nachweisbar. Besonders die Th-Degenfeldsche Kirchenordnung von 1729 unterstreicht die eigenständige kirchliche Struktur der Dörfer Essingen, Lauterburg und Neubronn – ein Beleg für die Bedeutung der Region im ostwürttembergischen Raum.

Die Quirinuskirche selbst zählt zu den herausragenden Sakralbauten der Gotik in der Umgebung. Ihr spätgotischer Saaltypus mit schlichtem, aber harmonischem Aufbau spiegelt den typischen Kirchenbau des Mittelalters wider, während Details wie der alte Wehrgang – heute als Gemeindesaal genutzt – auf die historische Verbindung zur Burganlage hinweisen. Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und angepasst, etwa durch den Bau einer Marienkapelle auf dem Essinger Friedhof, von der heute nur der Chorraum erhalten ist. Diese Kapelle, ursprünglich eine eigenständige gotische Kapelle, diente als Dankesgabe für die Rückkehr von Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg und wird bis heute für ökumenische Gottesdienste genutzt.

Die Gemeindearbeit in Essingen ist geprägt von lebendigen Traditionen und ökumenischer Offenheit. Seit 1817 findet jährlich die feierliche Einholung des ersten Erntewagens statt – eine Bräuche, der nach einer Hungersnot entstand und bis heute als Symbol für Dankbarkeit und Gemeinschaft gepflegt wird. Zudem zeigt sich die Vielfalt der christlichen Bewegungen im Ort: Initiativen wie *„Kirche Kunterbunt“* fördern die ökumenische Zusammenarbeit, während der gemeinsame Gemeindebrief „Quirinusbote“ (bis 2023) und später das *„evangelische Blättle“* (seit 2023) die Verbindung zu Lauterburg unterstreichen. Die Kirche ist zudem ein Ort der Erinnerung: Das Pfarrerbuch und die Epitaphe der Woellwarth-Familie dokumentieren die jahrhundertelange Verbindung von Adelsgeschichte und kirchlichem Leben.

Für Besucher bietet die Quirinuskirche nicht nur architektonische und historische Schätze, sondern auch eine rollstuhlgerechte Zugänglichkeit – ein Zeichen für die inklusive Ausrichtung der Gemeinde. Die Orgel aus dem Jahr 1992, erbaut von der Fa. [Name der Orgelbauer], ergänzt das musikalische Erbe des Ortes. Wer sich für die Tiefen der Essinger Geschichte interessiert, findet hier mehr als nur eine Kirche: Es ist ein Ort, an dem Schloss, Kirche und Dorfgemeinschaft seit Jahrhunderten verschmolzen sind – ein Stück lebendiges Erbe der Region.

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