Denkmal/Gedenkstätte

Ruine Sprengelburg

66879 Steinwenden

Highlights

  • Die Sprengelburg liegt auf einem Bergvorsprung zwischen Eßweiler und Oberweiler.
  • Sie wurde vermutlich vor 1150 als Turmhügelburg erbaut und später zerstört.
  • Heute sind nur noch Ruinenreste und ein Rundturm sichtbar.

Tipps

  • Die Ruine Sprengelburg ist ideal für einen kurzen Besuch und bietet einen schönen Picknickplatz im Tal zwischen Eßweiler und Oberweiler.
  • Der ehemalige Parkplatz ist nicht mehr vorhanden, daher sollte man sich vor Ort über alternative Parkmöglichkeiten informieren.
  • Die Burg liegt direkt an der Landesstraße 372 und ist über steile Wege vom Tal aus zu erreichen.

Eigenschaften

Familie Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Ruine Sprengelburg

Die Ruine Sprengelburg befindet sich im Ort Steinwenden im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Auch als Springeburg bekannt, liegt die ehemalige Burganlage an der Landesstraße 372 zwischen den Ortschaften Eßweiler und Oberweiler im Tal. Das Gelände erstreckt sich auf einem vom Königsberg auslaufenden Bergvorsprung mit steilem Abfall zum Talbach. Die strategische Lage an der engsten Stelle des Tales deutet darauf hin, dass die Burg einst zur Kontrolle der Talstraße diente. Die Bauform, eine sogenannte Turmhügelburg, sowie ältere Fundamentreste legen eine Entstehung im frühen Mittelalter nahe.

Erste urkundliche Erwähnungen der Burgherren reichen ins spätere Mittelalter. Das Rittergeschlecht der Mülensteiner, Lehensmänner der Rheingrafen von Grumbach und der Burg Rockenhausen, gilt als wahrscheinlicher Besitzer. Die Ritter sollen ihren Lebensunterhalt unter anderem durch Straßenraub und Überfälle finanziert haben, was zu Spannungen mit Kaufleuten aus Straßburg führte. Diese sollen letztendlich die Zerstörung der Burg initiiert haben. Laut einer historischen Beschreibung aus dem 16. Jahrhundert gelang es Straßburger Kaufleuten, die Burg durch List zu erobern, zu plündern und niederzubrennen, während sich die Burgherren in Eßweiler aufhielten. Die Burg wurde danach nicht wieder aufgebaut und fiel nach mehreren missglückten Rodungsversuchen der Ruine und dem Wald überlassen.

Im Laufe der Jahrhunderte verschwand die Anlage unter Vegetation. Erst im 20. Jahrhundert wurden erste archäologische Untersuchungen durchgeführt. In den 1950er Jahren fanden hier Waffen und Silbergeschirr, die heute im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt werden. In den Jahren 1978 und 1979 führten Studenten unter Leitung von Professor Higel systematische Freilegungsarbeiten durch. Dabei wurden die Reste einer rechteckigen Maueranlage mit einem zentralen Rundturm freigelegt. Die Befunde deuten darauf hin, dass es sich eher um einen befestigten Wachturm als um eine vollständige Burg gehandelt haben könnte. Während der Grabungen wurde auch das Skelett einer jungen Frau entdeckt, das auf ein gewaltsames Ende während der Zerstörung der Anlage hindeutet.

In den 1980er Jahren erfolgte durch die Gemeinde Eßweiler eine teilweise Rekonstruktion der Mauerreste und des Bergfrieds. Durch Straßenbauarbeiten in den 1990er Jahren wurden möglicherweise nicht untersuchte Teile des Burgareals beeinträchtigt. Heute sind die Ruine und ihre Umgebung ein beliebter Ort für Spaziergänge und Picknicks. Die erhaltenen Strukturen geben einen Eindruck von der ehemaligen Funktion der Anlage als Wachtposten in einem wichtigen Talverlauf. Die Bezeichnung „altes Schloß“ zeigt, dass die Burg noch heute im lokalen Gedächtnis präsent ist.

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