Neuapostolische Kirche Dortmund-Dorstfeld
Highlights
- Die Neuapostolische Kirche in Dortmund-Dorstfeld (Innenstadt-West) wurde 1896 als erste Dortmunder Gemeinde gegründet.
- Seit 2013 leitet ein 41-jähriger Vorsteher die Gemeinde, zuvor war sie Teil des 1905 gegründeten Dortmunder Apostelbezirks.
- Die Gemeinde nutzt seit 2005 den Bezirk Dortmund-West, nach einer Neuordnung der Dortmunder Bezirke.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in den Gottesdienstraum.
- Die historische Gemeindegeschichte wird durch originale liturgische Geräte wie den Abendmahlskelch und das Gesangbuch aus dem Jahr 1896 dokumentiert.
- Die aktuelle Gemeindeleitung wird seit 2021 durch einen Vorsteher verantwortet, der zuvor als Evangelist in der Region tätig war.
Eigenschaften
Neuapostolische Kirche Dortmund-Dorstfeld: Sakrale Kultur in Dortmund-Innenstadt
Die apostolische Kirche, die sich aus der reformierten Tradition des 19. Jahrhunderts entwickelt hat, fand bereits im Jahr 1896 mit der Gründung der ersten Dortmunder Gemeinden ihren Einzug in die Stadt. Die Wurzeln reichen bis nach Iserlohn zurück, wo Bezirksältester Heinrich Bornemann ab 1883 als Missionar tätig war und ab 1894 gezielt die Region um Dortmund erschloss. Die erste Versammlungsstätte der Dortmunder Gemeinde befand sich nahe dem heutigen Hansaplatz, wo liturgische Geräte wie ein Abendmahlskelch und ein schwarzer Altar von Bornemann persönlich geweiht wurden.
Die Entwicklung der neuapostolischen Gemeinden in Dortmund verlief rasant: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden weitere Gemeinden in Hörde, Holzwickede und Lütgendortmund. 1905 wurde schließlich ein eigener Apostelbezirk Dortmund gegründet, dessen Leitung zunächst Hermann Dietrich Magney übernahm. Dieser Bezirk umfasste nicht nur Dortmunder Gemeinden, sondern auch solche im westfälischen Umland. Die Gemeinde in Lünen, nur wenige Kilometer entfernt, diente zeitweise als zentraler Versammlungsort für bis zu 300 Gemeindemitglieder und beherbergte zudem die Verwaltung des Bezirks. Die Geschichte des Bezirks war von prägenden Persönlichkeiten wie Apostel Magney und später Bischof Franz Moohs (1960–1968) geprägt, der mit einem Team von sieben Bezirksevangelisten die Gemeindearbeit strukturierte.
Die Neuapostolische Kirche in Dortmund durchlebte im 20. Jahrhundert zahlreiche Umbrüche, darunter die Gründung neuer Bezirksstrukturen und die Gründung des Apostelbezirks 1930. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Gemeinden auf über 40 an, bevor ab den 1980er-Jahren durch Fusionen und Schließungen die Zahl auf 23 sank. 2005 erfolgte eine Neuordnung in drei Bezirke: Dortmund-Nord, Dortmund-West und Dortmund-Ost, wobei Bezirksältester Stefan Pöschel seit 2006 nacheinander die Leitung aller drei Bezirke übernahm. Seine Arbeit wurde von Bezirksevangelisten wie Eberhard Dodt und Artur Krause unterstützt. Die Kirche bleibt damit ein lebendiger Teil der Dortmunder Kirchenlandschaft, der sowohl historische Kontinuität als auch moderne Gemeindearbeit vereint.
Die Neuapostolische Kirche Dortmund-Dorstfeld steht als Zeugnis einer dynamischen Kirchenentwicklung, die sich an den Bedürfnissen der Gläubigen orientiert. Mit ihrer klaren Struktur, der Betonung der apostolischen Sukzession und einem vielfältigen Gemeindeleben bietet sie Raum für spirituelle Begegnung und Tradition. Die Kirche pflegt dabei auch Kontakte zu anderen neuapostolischen Gemeinden im Umland, etwa in Hörde oder Lünen, und bleibt ein fester Bestandteil des kulturellen und religiösen Lebens in Dortmund-Innenstadt-West.
Für Besucher und Interessierte bietet die Kirche Einblicke in eine Kirche mit internationaler Ausrichtung, die sich seit ihrer Gründung 1863 als reformierte Bewegung versteht. Die Architektur und die liturgischen Traditionen spiegeln die historische Kontinuität wider, während moderne Gemeindearbeit und eine weltoffene Ausrichtung die Gegenwart prägen. Die Neuapostolische Kirche Dortmund-Dorstfeld lädt damit ein, Geschichte zu erleben und gleichzeitig Teil einer lebendigen Glaubensgemeinschaft zu werden.