Wasserschloß Haus Bodelschwingh
Highlights
- Seit 1302 ununterbrochen von der Familie Bodelschwingh bewohnt, verbindet das Wasserschloss Architektur aus Mittelalter und Klassizismus (Kavaliershaus ab 1829).
- Der Landschaftspark mit Kunstwerken und Springbrunnen entstand im 19. Jh., wurde aber durch Autobahnbau (A45) in den 1970ern stark zerstört.
- Die historische Bibliothek und Gemälde überstanden Plünderungen im 20. Jh., während Landwirtschaft und Bergbau (Zeche Westhausen 1872–1955) die Region prägten.
Tipps
- Das Wasserschloss zeigt seit 1302 eine durchgehende Nutzung durch die Erbauerfamilie, was sich in der historischen Bausubstanz und der Architektur widerspiegelt.
- Die Vorburg beherbergt heute umgenutzte Wirtschaftsgebäude, die als Wohn- und Gewerberäume dienen und einen lebendigen Gemeinschaftsraum auf dem Gelände schaffen.
- Der Landschaftspark um das Schloss wurde im 19. Jahrhundert durch einen Landschaftsarchitekten gestaltet und enthielt einst prächtige Kunstwerke und Springbrunnen.
Eigenschaften
Burg Wasserschloss Haus Bodelschwingh in Mengede entdecken
Das Wasserschloß Haus Bodelschwingh in Mengede ist ein historisches Wasserschloss, das seit dem Jahr 1302 ununterbrochen von der Erbauerfamilie bewohnt wird. Als eines der ältesten bewohnten Schlösser Deutschlands verbindet es eine faszinierende Vergangenheit mit lebendiger Gegenwart. Ursprünglich als Wehrbau errichtet, entwickelte es sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem Zentrum regionaler Gerichtsbarkeit und wirtschaftlicher Macht.
Die Anfänge reichen bis ins späte Mittelalter zurück, als Ritter Giselbert I. das Schloss als festen Wohnsitz und Verwaltungszentrum schuf. Die Familie von Bodelschwingh nutzte ihre privilegierte Stellung, um über Jahrhunderte Einfluss in der Region zu wahren. Besonders prägend war die Errichtung einer steinernen Brücke über den Schloßteich, die bis heute ein markantes Element des Anwesens darstellt. Auch die barocke Gartenanlage, die einst das Schloss umgab, spiegelt den Reichtum und den Geschmack der Besitzer wider.
Im 19. Jahrhundert erlebte das Schloss weitere Veränderungen, als die Familie durch Heirat mit den Grafen zu Inn- und Knyphausen an Bedeutung gewann. Unter ihnen entstand nach 1829 das klassizistische Kavaliershaus, das heute als Gästehaus dient. Gleichzeitig wurde im nahen Wald ein Familienfriedhof angelegt, der bis heute die Verbindung zur Vergangenheit bewahrt. Der Landschaftspark, gestaltet von renommierten Gartengestaltern, war einst ein prächtiges Juwel mit Kunstwerken und Springbrunnen – doch der Bau der Autobahn A45 im 20. Jahrhundert teilte und zerstörte ihn weitgehend.
Die Nähe zur Zeche Westhausen, die von 1872 bis 1955 betrieben wurde, prägte auch das Schicksal des Schlosses. Während der Kriegsjahre wurden Teile des Hausrates geraubt, doch die wertvolle Bibliothek und antiken Gemälde blieben weitgehend verschont. Heute ist das Wasserschloß ein lebendiger Ort: Während die Wirtschaftsgebäude der Vorburg einst der Landwirtschaft dienten, wurden sie in den letzten Jahrzehnten zu Wohn- und Gewerberäumen umgewandelt. So entstand ein gemeinschaftlicher Lebensraum, der Geschichte und Moderne verbindet.
Besucher können das Schloss vor allem an besonderen Anlässen wie dem „Tag des offenen Denkmals“ erkunden, wenn ausgewählte Räume zugänglich sind. Die ungebrochene Tradition der Familie Bodelschwingh macht Haus Bodelschwingh zu einem einzigartigen Zeugnis regionaler Geschichte – ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart auf faszinierende Weise verschmelzen.