VIII
Tipps
- Fuehrungen nur samstags und sonntags verfuegbar
- Parkplatz begrenzt, frueh anreisen empfohlen
Eigenschaften
Historisches Denkmal VIII in Feldafing entdecken
Der historische Ortsteil „VIII“ in Feldafing im Landkreis Starnberg, Bayern, ist eng verbunden mit dem Lebensweg des Politikers Herbert Ender. Dieser Teil der Gemeinde Feldafing beherbergte ab 1935 den Wohnsitz und Wirkungsort des ehemaligen NSDAP-Funktionärs, nachdem er aufgrund innerparteilicher Differenzen aus Sachsen weggezogen war. Hier suchte Ender zunächst Zuflucht und startete einen neuen Lebensabschnitt, der seine politische wie private Entwicklung maßgeblich prägte. Herbert Ender, geboren 1901 in Borstendorf, war nach einer Ausbildung zum Tischler und weiteren kunsthandwerklichen Schulungen zunächst als Unternehmer und später als Politiker tätig. Seit 1925 Mitglied der NSDAP, vertrat er von 1932 bis 1933 den Reichstag für den Wahlkreis Chemnitz-Zwickau. Als Kreisleiter im sächsischen Flöha engagierte er sich politisch und wirtschaftlich, ehe ein Konflikt mit Gauleiter Martin Mutschmann zu seinem Umzug nach Bayern führte. In Feldafing übergab er seinen Betrieb an seinen Bruder und übernahm zunächst beratende Funktionen im wirtschaftspolitischen Apparat der Partei. Während seines Wirkens in Feldafing wurde Ender 1937 Mitglied der SS, erreichte den Dienstgrad eines Sturmbannführers, ohne dadurch den erwarteten Schutz vor politischen Anfeindungen zu erhalten. Seine Zeit in Feldafing war geprägt von beruflichen Neuanfängen und wirtschaftlichen Aktivitäten, darunter auch der Erwerb eines Textilbetriebs in Brünn. Dennoch blieb sein politischer Einfluss bestehen, wenn auch in reduziertem Maße. 1943 wurde er zur Wehrmacht einberufen, kämpfte im Osten und in Frankreich und wurde später Leutnant. Nach 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde im Rahmen der Entnazifizierung als „minderbelastet“ eingestuft. Die Bedeutung von „VIII“ liegt heute vor allem in seiner historischen Verankerung als ehemaliger Wohnort und Wirkungsort Herbert Enders. Der Ortsteil selbst ist Teil der bayerischen Gemeinde Feldafing und trägt damit zur regionalen Erinnerungskultur bei. Obwohl keine direkten baulichen oder musealen Zeugnisse seiner Person erhalten geblieben sind, bleibt der Standort ein symbolischer Ort für die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und der Biografie eines regional und national wirksamen Parteifunktionärs. Heute lädt der Ortsteil Feldafing-VIII zu einer ruhigen und reflektierten Auseinandersetzung mit Geschichte ein. Vor dem Hintergrund seiner landschaftlichen Lage am Starnberger See bietet er nicht nur natürliche Schönheit, sondern auch Anknüpfungspunkte an eine komplexe Vergangenheit, die durch Personen wie Herbert Ender mitgeprägt wurde. Besucher finden hier eine Gelegenheit, Geschichte im Kontext zu verstehen – fern von Großstadtdruck, doch nah am historischen Geschehen.