Gemeinde Kaltohmfeld, OTB R. Krohn
Highlights
- Kaltohmfeld entstand 1573 als Mainzer Siedlung, behielt aber protestantischen Glauben durch Wintzingerode-Bindungen bei.
- Die evangelische Kirche (1588/1655) steht am Ortsrand und zeigt originale Ausstattung mit restaurierter Kanzel (1998).
- Seit 2007 findet das Schützenfest am 3. Juni statt – Teil des kulturellen Ortslebens.
Tipps
- Das Gemeindezentrum bietet ein vielfältiges kulturelles Angebot mit traditionellen Darbietungen wie Büttenreden, Sketchen und Gesang, die regelmäßig stattfinden.
- Die evangelische Kirche mit dem Patrozinium ‚Johannes der Täufer‘ liegt am Ortsrand und zeigt originale Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert.
- Die restaurierte Kanzel mit den vier Evangelisten-Bildern ist ein historisches Element der Kirche und wurde durch Spenden und Fördermittel erhalten.
Eigenschaften
Kulturzentrum R. Krohn – Kultur in Kaltohmfeld
Das Gemeindezentrum in Kaltohmfeld, Ortsteil R. Krohn (Gemeinde Leinefelde-Worbis-Kaltohmfeld) ist ein lebendiger Ort kulturellen Austauschs und regionaler Traditionen. Hier wird ein vielfältiges Programm aus Büttenreden, Tanzdarbietungen, Sketchen, Gesang und Pantomime angeboten, das sowohl Einheimische als auch Besucher begeistert. Besonders prägend ist die lebendige Schützenfestkultur, die seit Jahrzehnten die Gemeinschaft stärkt – so etwa das Schützenfest in Rehungen am dritten Sonntag im Juli oder in Wintzingerode am ersten Sonntag des Monats. Diese Feste spiegeln den traditionellen Zusammenhalt wider, der auch in der Geschichte Kaltohmfelds tief verwurzelt ist.
Die Ursprünge des Ortes gehen auf das Jahr 1573 zurück, als die Bewohner von Hohnstein unter die Herrschaft des Kurfürsten von Mainz kamen. Trotz der neuen politischen Zugehörigkeit behielten sie ihren protestantischen Glauben bei, der eng mit der späteren Grafenfamilie von Wintzingerode verbunden blieb. Diese historische Prägung zeigt sich auch in der evangelischen Kirche, die bereits 1588 erbaut und später 1655 neu errichtet wurde. Als Namenspatron diente Johannes der Täufer, und die Kirche entstand erst nach der Gründung der Siedlerhöfe – ein ungewöhnlicher Standort, der sich von vielen anderen eichsfeldischen Gemeinden unterscheidet.
Die Kirche ist ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Geschichte und wurde im Zuge der Gegenreformation zum Symbol des protestantischen Widerstands. Während das Jesuitenkolleg in Heiligenstadt den Kampf gegen den Protestantismus führte, blieb Kaltohmfeld ein Ort des Glaubensbewusstseins. Die originale Ausstattung der Kirche stammt aus der Erbauungszeit und wurde über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Besonders die restaurierte Kanzel, die einst an der Südseite stand, wurde 1998 dank Spenden der Familie von Wintzingerode und eines Zuschusses vom Kirchenkreis wiederhergestellt. Die figürlichen Darstellungen der vier Evangelisten und die originale Farbgebung mit weißen Säulen und blauen Marmorierungen unterstreichen den historischen Wert des Bauwerks.
Das Gemeindezentrum verbindet somit kulturelle Vielfalt mit historischer Tiefe. Ob durch die lebendigen Feste, die prächtige Kirche oder das Engagement der Einheimischen – Kaltohmfeld bietet einen Einblick in die reiche Tradition des Eichsfelds. Die Nähe zu Orten wie Worbis oder Wintzingerode unterstreicht zudem die enge Verbindung zu anderen Gemeinden der Region, die gemeinsam die kulturelle Landschaft prägen.