Bücherstadl Fichtelberg
Highlights
- Der Bücherstadl Fichtelberg beherbergt 2275 Romane, 1226 Kinderbücher und 685 Sachbücher sowie Hörmedien und DVDs.
Tipps
- Der rollstuhlgerechte Parkplatz ermöglicht eine einfache Anreise für Besucher mit eingeschränkter Mobilität.
- Ein Teil der Bestände besteht aus historischen Archivalien und lokalgeschichtlichen Publikationen zur Oberfränkischen Region.
Eigenschaften
Kultur & Bücher im Bücherstadl Fichtelberg
Der Bücherstadl Fichtelberg ist eine lebendige Pfarrbücherei im Herzen des oberfränkischen Ortes Fichtelberg und seit Jahrzehnten ein kulturelles Zentrum für Einheimische und Besucher. Seit ihrer Gründung im Jahr 1928 war die Bücherei zunächst im Schwesternheim untergebracht, bevor sie nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von Anton Winkler im Vereinshaus wiedereröffnet wurde. Ursprünglich in bescheidenen Verhältnissen – Bücher stapelten sich auf Bänken entlang der Wände –, entwickelte sich der Bestand dank eines Grenzlandzuschusses von 50 Prozent für Bücherbeschaffungen stetig weiter.
Heute beherbergt der Bücherstadl ein vielfältiges Angebot: Über 2.200 Romane, 1.200 Kinderbücher und 685 Sachbücher stehen den Lesern zur Verfügung, ergänzt durch rund 200 Hörbücher und DVDs. Besonders hervorzuheben sind historische Werke wie Günter Albrechts „Vom Königreich zum Freistaat“ oder Barbara Becks „Die berühmtesten Frauen der Weltgeschichte“, die den regionalen und überregionalen Bezug der Sammlung unterstreichen. Auch aktuelle Themen wie die Geschichte der Berliner Mauer oder die Oberfränkische Landesgeschichte finden sich im Bestand.
Die Bücherei ist nicht nur ein Ort der Lektüre, sondern auch ein kultureller Treffpunkt: Neben der Ausleihe werden hier Filme gezeigt, Theaterstücke aufgeführt und getanzt – ein Erbe aus der Zeit, als die Räumlichkeiten der Kirche gehörten. Seit 2013 leitet Selma Markhof die Einrichtung gemeinsam mit einem engagierten Team und sorgt dafür, dass der Bücherstadl weiterhin als offener Raum für alle Generationen dient. Ein rollstuhlgerechter Parkplatz vor Ort macht die Bücherei zudem barrierefrei zugänglich.
Besonders prägend ist die Geschichte des Bücherstadls während des Nationalsozialismus: Die Bücherei wurde zeitweise verboten, doch nach dem Krieg setzte sich die Tradition fort – als Symbol für Bildung und Zusammenhalt in der Region. Bis heute spiegelt der Bestand die Vielfalt der Interessen wider, von regionaler Chronik bis zu internationaler Literatur, und lädt dazu ein, in die Welt der Bücher einzutauchen.
Der Bücherstadl Fichtelberg ist mehr als eine Bibliothek: Er ist ein Stück lebendige Ortsgeschichte, ein Ort der Begegnung und ein Tor zu Wissen und Unterhaltung – ganz ohne Grenzen.