Denkmal/Gedenkstätte

Glasmacher-Denkmal

Gleissinger Fels 1, 95686 Fichtelberg

Tipps

  • Bei der Führung im Besucherbergwerk Gleißinger Fels in Fichtelberg können Besucher die historischen Abbauräume und einen 40 Meter tiefen Schacht erleben.
  • Kinder bis vier Jahre haben freien Eintritt, Gruppenführungen sind auch außerhalb der regulären Zeiten buchbar.
  • Im Foyer des Bergwerks finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die Einblicke in die Bergbaukultur geben.

Eigenschaften

Outdoor Parkplatz vorhanden Aktiv Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Glasmacher-Denkmal

Das Glasmacher-Denkmal in Fichtelberg steht als symbolträchtiges Zeichen für die tiefe Verbindung der Region zur Geschichte des Glasmachergewerbes und der alten Bergbautradition. Es erinnert nicht nur an die handwerkliche Meisterschaft vergangener Zeiten, sondern verkörpert auch den Geist der Glasmacher und Bergleute, die mit einfachsten Mitteln und großer Kraft des Geistes und Körpers unter Tage wertvolle Rohstoffe förderten. Diese Verbindung von Bergbau und Glasherstellung spiegelt sich in der Symbolik des sogenannten Glasmacherzeichens wider, das als „unendliches Kreuz“ interpretiert wird und für die unermüdliche Schaffenskraft der Glasmacher steht.

Der Standort des Denkmals liegt im malerischen Fichtelberg im Landkreis Bayreuth, einer Region, die seit Jahrhunderten durch Bergbau und Glasherstellung geprägt ist. Hier befindet sich auch das Besucherbergwerk Gleißinger Fels, das Besucher aus nah und fern in die faszinierende unterirdische Welt eines über 500 Jahre alten Silbereisen-Bergwerks entführt. Mit dem Grubenhelm auf dem Kopf können Gäste auf historischen Stollenwegen wandern, an glitzernden Erzadern vorbei und an einen 40 Meter tiefen senkrechten Schacht gelangen. Die authentische Atmosphäre und die fachkundige Führung vermitteln ein eindrucksvolles Bild der Arbeit der früheren Bergleute und Glasmacher, die mit Muskelkraft und handwerklichem Geschick die Natur bezwangen.

Das Glasmacherzeichen selbst ist mehr als nur ein Handwerkssymbol – es birgt alchemistische und philosophische Bedeutungen. Die liegende Acht steht für die Unendlichkeit und verdeutlicht den Wandel des Glases vom flüssigen Zustand in den festen. Ein Schwert, das für die Glasmacherpfeife steht, durchdringt dieses Symbol und zeigt den Herrschaftsakt des Menschen über die Natur. Dieses Bild wird an verschiedenen Orten der Region präsentiert und unterstreicht die kulturelle Identität der Gegend. Auch im Glasmuseum in Gelenberg findet sich eine Darstellung des Zeichens, das als „gerettetes Glasmacher-Denkmal“ bezeichnet wird.

Die enge Verknüpfung von Bergbau und Glasherstellung in Fichtelberg wird auch durch archäologische Funde gestützt. So wurde auf einem Deckelfragment eines alten Kochtopfes aus Zieglerware ein eingeritztes Glasmacherzeichen entdeckt, das Hinweise auf die frühe Nutzung solcher Symbole liefert. Diese Zeichen waren nicht nur Zunft- oder Handwerksmarken, sondern trugen tiefere Bedeutungen in sich, die bis heute in Vereinen wie der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft oder dem Verband Deutscher Glasbläser weiterleben.

Das Glasmacher-Denkmal in Fichtelberg ist somit mehr als nur ein Mahnmal – es ist ein kulturelles Zeugnis einer vergangenen Epoche, in der Handwerk, Natur und Mensch in engstem Verbund standen. Besucher des Bergwerks erleben diese Verbindung hautnah: in den historischen Stollen, beim Anblick der „Höhlenmalereien“ aus ferner Zeit und beim Erklingen alter Geschichten unter Tage. Wer hierherkommt, taucht ein in eine Welt, in der jedes Stück Glas und jedes Körnchen Erz von Fleiß, Wissen und Tradition zeugt.

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