Archiv der Ev. Kirche im Rheinland
Highlights
- Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland bewahrt historische Unterlagen wie Amtsbücher ab dem 16. Jahrhundert und Kirchenkampfakten.
- Es digitalisiert Bestände, bietet Transkriptionen unedierter Quellen und dokumentiert Prozesse wie Entnazifizierung und Synoden seit 1838.
- Forschungsservice umfasst Genealogie, Bildarchiv und OPAC-Zugang zu Jahrbuchaufsätzen seit 1907 sowie 150-jährige Archivgeschichte (2003)
Tipps
- Der Besuch des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland in Boppard erfolgt nach vorheriger Terminvereinbarung mit dem zuständigen Team in Düsseldorf.
- Für die Recherche in historischen Quellen stehen digitale Bestände wie Transkriptionen oder digitalisierte Akten zur Verfügung, die online einsehbar sind.
- Bestimmte Bestände wie Nachlässe von Pfarrern oder Kirchenkampfakten erfordern eine spezifische Benutzungsordnung und sind nicht frei zugänglich.
Eigenschaften
Ev. Kirchenarchiv Boppard – Kultur & Sakrales entdecken
Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland in Boppard ist eine bedeutende wissenschaftliche Einrichtung mit regionaler und überregionaler Ausstrahlung. Als Teil der Landeskirche bewahrt es das kulturelle und kirchliche Erbe der Region seit Jahrhunderten und bietet Forschenden sowie interessierten Laien Zugang zu einzigartigen Quellen. Besonders hervorzuheben sind die Bestände aus den Kirchengemeinden des Rheinlands, darunter historische Amtsbücher ab dem 16. Jahrhundert, Synodenprotokolle sowie Unterlagen zu kirchlichen Konflikten wie dem Kirchenkampf während der NS-Zeit.
Das Archiv umfasst eine Vielfalt an Dokumenten, die von kirchenrechtlichen Entscheidungen bis hin zu persönlichen Nachlässen reichen. Dazu zählen etwa die Akten der Provinzialsynoden seit 1838, die Aufzeichnungen der Kirchenkreise sowie private Zeugnisse wie Reisetagebücher oder autobiografische Schriften von Pfarrer:innen. Besonders wertvoll sind die Entnazifizierungsakten und Materialien zur Bethesda-Stiftung in St. Martin, die Einblicke in die kirchliche Verantwortung und Widerstandsgeschichte bieten. Auch genealogische Recherchen werden durch systematisch erschlossene Bestände unterstützt.
Die Bestände werden kontinuierlich digitalisiert und durch moderne Erschließungsmethoden zugänglich gemacht. Seit 2003 erscheint regelmäßig ein Jahrbuch, das wissenschaftliche Aufsätze zu archivischen Themen veröffentlicht und so die Forschung fördert. Zudem bietet das Archiv eine Archivbibliothek, die Literatur zur Kirchen- und Regionalgeschichte umfasst und über ein Online-Katalogsystem (OPAC) durchsuchbar ist. Transkriptionen unedierter Quellen stehen online zur Verfügung, um die Nutzung historischer Dokumente zu erleichtern.
Das Team des Archivs besteht aus Expert:innen mit Spezialisierung auf Bestandserschließung, Digitalisierung und Öffentlichkeitsarbeit. Durch Fortbildungen, Social-Media-Auftritte und Publikationen trägt es zur Vermittlung kirchlicher Geschichte bei. Besonders engagiert sich das Archiv in der Aufarbeitung des Kirchenkampfs und der Entnazifizierung, etwa durch die Sammlung von Akten des Präses Joachim Beckmann. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur im Rheinland.
Als Anlaufstelle für historische, genealogische und theologische Forschungen verbindet das Archiv in Boppard Tradition mit innovativen Zugängen. Es dient nicht nur der wissenschaftlichen Arbeit, sondern auch der regionalen Identitätsstiftung – etwa durch die Dokumentation von Kirchengemeinden wie Aachen, Moers oder Krefeld. Die enge Verbindung zu Nachbarregionen wie dem Rheinland und die Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen Archiven sichern eine umfassende Perspektive auf die Entwicklungen der evangelischen Kirche in dieser Landschaft.