Frettermühler Wasserhöhle
Highlights
- Die Frettermühler Wasserhöhle ist ein denkmalgeschütztes Knochenstampfwerk aus Gusseisen, erbaut vor 1900.
- Das einzigartige technische Kulturdenkmal in NRW wurde 1945 stillgelegt und ist seit 2014 betriebsbereit.
- Rund 1500 bis 2000 kg Knochen verarbeitete die Mühle jährlich zu Dünger für die Landwirtschaft.
Tipps
- Die Knochenmühle in Fretter ist ein technisches Kulturdenkmal und einzigartig in NRW.
- Das Stampfwerk wurde um 1860 hergestellt und später in der Mühle eingebaut.
- Die Anlage ist seit 2014 wieder betriebsbereit und kann besichtigt werden.
Eigenschaften
Über Frettermühler Wasserhöhle
Die Frettermühler Wasserhöhle, auch bekannt als Knochenmühle, ist ein technisches Kulturdenkmal im nordrhein-westfälischen Finnentrop und zählt heute zu den bedeutenden historischen Industriebauten der Region. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble umfasst ein Wasserrad sowie einen kleinen Fachwerkbau und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Es war Teil des landwirtschaftlichen Betriebs Hof Ruhrmann und diente einst der Verarbeitung von Knochen zu Düngemitteln.
Das Herzstück der Anlage ist ein Stampfwerk aus Gusseisen, das vor der Errichtung der Mühle in einem Hüttenwerk gefertigt wurde. Vermutlich stammt es aus der Finnentroper Hütte, die zwischen 1858 und 1901 betrieben wurde. Das oberschlächtige Wasserrad übernimmt den Antrieb über eine Welle mit Zahnradübersetzung und versorgte gleichzeitig einen Schleifstein mit Energie. In den Wintermonaten wurden jährlich etwa 1500 bis 2000 Kilogramm Knochen zerkleinert, die von Metzgern und Altwarenhändlern aus der Umgebung geliefert wurden. Vor der Verarbeitung lagerten die Knochen zwei Jahre auf dem Dachboden der Mühle.
Die Knochenmühle wurde 1945 außer Betrieb gesetzt, blieb jedoch als geschütztes Kulturdenkmal erhalten. Zwischen 1987 und 1989 erfolgte eine umfassende Restaurierung, wodurch die Anlage wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzt wurde. Seit 2014 ist die Mühle funktionsfähig und zählt zu den wenigen erhaltenden Beispielen dieser Art in Nordrhein-Westfalen. 2019 wurde eine weitere Sanierung durchgeführt, bei der unter anderem das Mühlrad erneuert wurde.
Heute steht nicht nur das Gebäude unter Denkmalschutz, sondern auch das originale Inventar der Mühle. Im direkten Umfeld entstand zudem ein Naherholungsgebiet, das den historischen Standort in ein kulturelles und landschaftliches Erlebnis einbettet. Die Frettermühler Wasserhöhle ist damit ein Ort, der technische Tradition mit regionaler Geschichte verbindet und einen Einblick in die landwirtschaftliche Industrie vergangener Jahrhunderte ermöglicht.