Aussichtspunkt Römerkeller
Highlights
- Römerkeller war eine Ansiedlung an der Bahnstrecke Sallgast–Lauchhammer und wurde 1980 durch Tagebau abgerissen.
- Der Ort lag in der Niederlausitz, nahe Lauchhammer, und zählte etwa 195 Einwohner vor der Umsiedlung.
- Heute erinnert ein Gedenkort auf rekultiviertem Gelände an den ehemaligen Wohnplatz.
Tipps
- Der Aussichtspunkt bietet einen guten Blick über das Naturparadies Grünhaus und das zukünftige Feuchtbiotop Schwarze Keule.
- Ein Gedenkstein erinnert an die Geschichte des ehemaligen Dorfes Römerkeller, das 1980 durch Tagebau verschwand.
- Früher war der Ort mit einer Sage um den Wendengott Flinz und einem goldenen Löwen verbunden.
Eigenschaften
Über Aussichtspunkt Römerkeller
Der Aussichtspunkt Römerkeller befindet sich im brandenburgischen Lauchhammer im Kreis Oberspreewald-Lausitz. Er bietet eine weite Aussicht über Teile des Naturparadieses Grünhaus sowie auf das zukünftige Feuchtbiotop Schwarze Keule. Der Standort war früher Teil des Wohnplatzes Römerkeller, der nach der Eröffnung der gleichnamigen Bahnstation im frühen 20. Jahrhundert entstand. Der Ort lag ursprünglich unweit der späteren Stadt Lauchhammer und war ein kleiner Wohnplatz innerhalb des Dorfes Kostebrau.
Im Zuge des Braunkohleabbaus wurde Römerkeller in den 1980er Jahren vollständig abgebaut, und die Bewohner mussten umgesiedelt werden. Je nach Quelle wird von rund 30 Einwohnern oder bis zu 195 Einwohnern gesprochen, die von der Zerstörung des Ortes betroffen waren. Heute erinnert ein Gedenkstein an den ehemaligen Wohnplatz, der auf dem rekultivierten Gelände des ehemaligen Tagebaugebiets steht. Der Aussichtspunkt selbst lag mehrere Jahre im Sperrgebiet und wurde erst Anfang des Jahres 2025 für die Öffentlichkeit freigegeben.
Der Name Römerkeller ist auch mit einer regionalen Sage verbunden. Danach soll auf der Hügelgruppe ein goldener Löwe gestanden und ein kellerartiger Raum mit einer großen Öffnung existiert haben. Auf der Höhe über dieser Höhle befand sich angeblich ein Stein mit nicht lesbaren Schriftzeichen – ein sogenannter Opferstein für den Wendengott Flinz. Diese Sage verleiht dem Ort bis heute eine gewisse mystische Note, die über die reine Naturerfahrung hinausgeht.
Der Aussichtspunkt selbst ist eine einfache Plattform ohne zusätzliche touristische Infrastruktur. Gäste berichten von einer eindrucksvollen Panoramaaussicht, die weite Teile der Lausitz offenbart – geprägt von Natur, Ruhe und Weitblick. Es gibt weder Kiosks noch überladene Einrichtungen, stattdessen dominieren die unberührte Landschaft und die Stille. Der Gedenkstein vor Ort unterstreicht den historischen Verlust und lädt zur Reflexion über die Folgen des Braunkohleabbaus ein.
Mit einem Google-Rating von 4,6 von 5 Sternen bei 30 Bewertungen zählt der Aussichtspunkt Römerkeller zu den gut bewerteten Sehenswürdigkeiten der Region. Besucher schätzen die authentische Atmosphäre und die klare Sicht über das Naturparadies Grünhaus. Der Ort vermittelt sowohl einen Einblick in die Naturgeschichte der Lausitz als auch in die oft vergessene Siedlungsgeschichte der vom Braunkohletagebau betroffenen Dörfer.