Parks & Gärten

Kalksteinbrüche-Rosengarten

67592 Flörsheim-Dalsheim

Highlights

  • Der ehemalige Kalksteinbruch „Rosengarten“ in Gundersheim wurde 1978 durch den BUND gerettet und ist heute ein wichtiges Naturschutzgebiet.
  • Das Gelände beherbergt seltene Pflanzen- und Tierarten und gilt als Rückzugsgebiet in der intensiv genutzten Agrarlandschaft.
  • Geologisch bieten die Brüche Einblicke in die Erdgeschichte mit fossilen Funden aus der Tertiärzeit und Eiszeit.

Tipps

  • Im Naturschutzgebiet Kalksteinbrüche-Rosengarten lohnt sich ein Besuch besonders im Sommer und Herbst, um seltene Schmetterlingsarten und das Farbenspiel der Magerrasen zu erleben.
  • Die ehemaligen Kalksteinbrüche bieten auf gut ausgebauten Wegen einen abwechslungsreichen Rundgang mit Einblicken in geologische Besonderheiten und vielfältige Naturlandschaften.
  • Durch die Lage in einer agrarisch genutzten Region entsteht ein spannender Kontrast zwischen offener Natur und umliegender Kulturlandschaft mit Windrädern.

Eigenschaften

Outdoor Familie Entspannt Ganzjährig

Über Kalksteinbrüche-Rosengarten

Der ehemalige Kalksteinbruch „Rosengarten“ liegt in der Gemarkung Gundersheim im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Das etwa 11,2 Hektar große Areal wurde einst für den Hausbau sowie durch die Zuckerindustrie zur Gewinnung von Kalkstein genutzt. Nach Ende des Abbaus drohte das Gelände in den 1970er Jahren als Mülldeponie genutzt zu werden. Durch den Widerstand des BUND (ehemals BNR) wurde das Gebiet gerettet und 1978 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seitdem wird es engagiert durch die BUND-Kreisgruppe Wonnegau gepflegt.

Das Naturschutzgebiet entwickelte sich zu einem wichtigen Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten in einer landschaftlich stark landwirtschaftlich genutzten Region. Besonders die Kalktrockenrasen beherbergen eine Vielzahl an seltenen Pflanzenarten, darunter das seltene Ohrlöffel-Leimkraut sowie verschiedene einjährige Pionierpflanzen. Auf den Lösshängen siedeln sich Arten an, die früher auf Äckern heimisch waren, heute aber durch intensive Bewirtschaftung verdrängt wurden. Die offene, strukturreiche Landschaft bietet zudem Lebensraum für verschiedene Schmetterlingsarten, darunter Bläulinge, Baumweißlinge und Kleiner Fuchs.

Geologisch gesehen sind die Gundersheimer Kalke überwiegend sogenannte Landschneckenkalke, die vor rund 25 Millionen Jahren im mittleren Tertiär entstanden. In Rissen und Spalten der Gesteine finden sich fossile Spuren aus verschiedenen Erdzeitaltern – von Nagetieren aus der Tertiärzeit bis hin zu Eiszeittieren wie Wollnashorn und Höhlenbär. Die unterschiedlichen geologischen Schichten prägen auch die Bodenverhältnisse: Kalkböden sind flachgründig und anfällig für Austrocknung, während Lößböden größere Wassermengen speichern und höhere Nährstoffverfügbarkeit bieten.

Das Klima im Steinbruch ist geprägt von rheinhessischen Trockenheitsbedingungen. Starkregen fällt häufig, dringt aber nur wenig in die Bodenschichten ein. Lokalklimatisch treten besondere Effekte wie Kaltluftseen im Kessel sowie starker Plateaufrost auf. Die fehlende Windschutzvegetation macht die Fläche zudem kälte- und windanfällig. Diese klimatischen und bodenkundlichen Bedingungen tragen entscheidend zur Entwicklung einer speziellen Xerothermvegetation bei – einer Pflanzengesellschaft, die an warme und trockene Standorte angepasst ist.

Das Naturschutzgebiet Kalksteinbrüche-Rosengarten ist sowohl landschaftlich als auch biologisch und geologisch von hoher Bedeutung. Es zeigt eindrucksvoll, wie aus ehemaligen Industrieflächen durch gezielte Pflege und Schutzmaßnahmen wertvolle Naturräume entstehen können. Besucher*innen können ein buntes Mosaik aus Magerrasen, Pionierfluren und strukturreichen Bereichen erleben, das je nach Jahreszeit unterschiedliche Facetten zeigt – von der Schmetterlingsvielfalt im Sommer bis hin zum Farbenspiel der Herbstpflanzen.

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