Galerie

Tone Schmid, Objektkunst

Mooslohstraße 69a, 92694 Weiden in der Oberpfalz

Highlights

  • Tone Schmid nutzt Produktionsrückstände wie eine defekte Plastikmaschine, die ein zufälliges Kunstobjekt schuf – gerettet vor der Entsorgung.
  • Sein barrierefreies Kunstprojekt für den Wiesauer Bahnhof umfasst eine Sprungschanze für Rollstuhlfahrer, da die Bahn selbst keine Lösung bot.
  • Objekte aus Alltagsmüll und Industrieabfällen wie pneumatische Motorteile prägen seine Objektkunst, oft mit historischer oder energetischer Symbolik.

Tipps

  • Die Ausstellung zeigt Objekte, die aus Produktionsrückständen oder vermeintlichem Abfall entstanden sind und so eine ungewöhnliche Perspektive auf Materialien eröffnen.
  • Viele Werke thematisieren die Verbindung von Natur und industrieller Produktion, was sich besonders in der Verwendung von Plastik und Metall widerspiegelt.
  • Einige Exponate erfordern eine längere Betrachtung, da sie durch kinetische oder pneumatische Elemente eine dynamische Wirkung entfalten.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kunstgalerie Tone Schmid – Weiden (Oberpfalz)

In Weiden in der Oberpfalz hat sich Tone Schmid als autodidaktischer Künstler einen einzigartigen Platz in der zeitgenössischen Kunst geschaffen. Sein Werk, das unter dem Titel Objektkunst firmiert, zeichnet sich durch eine radikale Auseinandersetzung mit Alltagsgegenständen, Produktionsrückständen und scheinbar nutzlos gewordenen Materialien aus. Inspiriert von einem zufälligen Fund – einem unbrauchbar gewordenen Plastikstück aus einer Fabrik – entwickelt Schmid aus scheinbarem Abfall faszinierende, kinetische Objekte, die zwischen Mechanik, Poesie und gesellschaftlicher Kritik oszillieren. Sein künstlerischer Ansatz folgt dem Prinzip des Recyclings, wobei er aus Weggeworfenem neue Bedeutungen schafft und dabei die Aufmerksamkeit auf die oft unsichtbaren Prozesse der Industrialisierung lenkt.

Schmids Werk ist geprägt von einer tiefen Verbindung zur Natur und zum ländlichen Raum, Themen, die in der ostbayerischen Kunst eine zentrale, wenn auch zunehmend verdrängte Rolle spielen. In seinen Installationen und Objekten verarbeitet er Materialien wie Metallteile, pneumatische Systeme oder sogar historische Bauteile, die er in ungewöhnliche Konstellationen bringt. Ein bekanntes Beispiel ist ein pneumatisch-kinetisches Objekt, das durch sein Geräusch und seine scheinbar endlose Energie die Betrachter in einen hypnotischen Bann zieht. Hier wird aus scheinbar profanen Maschinenresten eine poetische Metapher für Einsamkeit, Bewegung und die Unbeständigkeit von Zeit – ähnlich dem Bild eines Langstreckenläufers, der sich durch eine unermüdliche, fast mythische Stetigkeit auszeichnet.

Neben seiner künstlerischen Praxis engagiert sich Schmid auch gesellschaftlich: So schuf er etwa eine Sprungschanze für Rollstuhlfahrer, um auf die mangelnde Barrierefreiheit des Wiesauer Bahnhofs aufmerksam zu machen. Seine Werke sind nicht nur in regionalen Ausstellungen wie den Jahres- und Herbstausstellungen des Oberpfälzer Kunstvereins zu sehen, sondern auch in überregionalen Kontexten. So beteiligte er sich an der Großen Ostbayerischen Kunstausstellung in Regensburg oder präsentierte seine Arbeit im Rahmen der Neuenburger Kunstwoche in Friesland. Zudem war er mit Einzelausstellungen wie Moveees oder Passt! im Kunstverein Weiden vertreten und arbeitete international, etwa im Rahmen des Symposions Hinter den Fassaden im Atelierhaus Neukirchen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Auseinandersetzung mit industriellem Erbe und seiner Umdeutung. So hängt etwa ein Hirschtorso samt Häuschen an der Wand der Kebbelvilla – ein Werk, das historisch gewachsene Strukturen mit moderner Objektkunst verbindet. Schmids Schaffen ist dabei stets von einer kritischen Haltung gegenüber Verschwendung und Funktionalismus geprägt, während er gleichzeitig die Schönheit des Unvollkommenen und Ungeplanten feiert. Wer seine Werke betrachtet, wird eingeladen, den Blick für das Unbeabsichtigte zu schärfen und die unscheinbaren Geschichten hinter Alltagsgegenständen zu entdecken.

Tone Schmid arbeitet seit 1999 in Weiden und ist seit 2000 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler. Sein Werk, das zwischen Autodidaktentum und konzeptueller Präzision balanciert, zeigt, wie aus scheinbarem Müll Kunst entsteht – und wie aus scheinbar nutzlosen Materialien neue Perspektiven auf unsere Umwelt und Gesellschaft entstehen können. Wer sich auf seine Objekte einlässt, wird belohnt mit einer faszinierenden Mischung aus Mechanik, Humor und melancholischer Tiefe.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…