Kirche/Kloster

Evang. Klosterkirche Bad Herrenalb

Im Kloster 13, 76332 Bad Herrenalb

Highlights

  • Romanische Basilika (1149/50) mit gotischem Chor (1478) und mittelalterlichen Maßwerkfenstern (um 1330).
  • Einzig erhaltene Sakristei (um 1200) und die Wunderkiefer auf der Paradiesruine prägen das historische Ensemble.
  • Evangelische Zisterzienser-Erben-Kirchengemeinde nutzt die Klosterkirche seit 2010 im Simultangebrauch.

Tipps

  • Der barrierefreie Zugang ermöglicht Besuchern mit eingeschränkter Mobilität einen ungehinderten Eintritt in die Klosterkirche.
  • Die historische Wunderkiefer an der Paradiesruine bietet eine einzigartige Symbiose aus Natur und mittelalterlichem Bauwerk.
  • Die mittelalterliche Glocke mit dem Friedenswunsch « O Rex glorie, Christe veni cum pace » verweist auf die klösterliche Tradition des Friedensgebets.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Evang. Klosterkirche Bad Herrenalb – Kultur-Ausflug Sakral

Gegründet als dreischiffige romanische Basilika der Zisterzienserabtei um 1149/50, prägt sie bis heute das Ortsbild. Ursprünglich ohne Querhaus erbaut, erhielt sie im Laufe der Jahrhunderte gotische Elemente – etwa den Hauptchor von 1478 – sowie spätmittelalterliche Maßwerkfenster um 1330. Von der einstigen Klosteranlage sind neben dem Chor vor allem die Vorhalle „Paradies“ (um 1200, später erhöht) und die Sakristei (um 1200) erhalten, die als einziges Relikt des ursprünglichen Klausurbereichs gilt.

Besonders sehenswert ist die „Wunderkiefer“ auf der Klostermauer des Paradieses, eine über 200 Jahre alte Kiefer, die eine symbiotische Verbindung mit der Ruine eingegangen ist. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche verdankt sie vor allem den Umbaumaßnahmen von 1903 durch Architekt Heinrich Dolmetsch, der das Gebäude zu seiner heutigen Gestalt prägte. Die Glockenanlage umfasst historische Bronzeglocken, darunter eine mittelalterliche mit dem Friedenswunsch *„O Rex glorie, Christe, veni cum pace“* („O Christus, Ehrenkönig, komme mit Frieden“), die die Wirren der Zeit überdauerte. Ergänzt wird sie durch moderne Glocken, darunter ein Dreiklang aus den Jahren 1921 und 1927.

Die Kirche beherbergt zudem historische Kunstschätze, wie die Ebersteiner Rosen an Decken und Altären, die an mittelalterliche Malerei erinnern. Die Sakristei, einst als Kohlekeller genutzt, wurde später als einziges erhaltenes Klostergebäude wiederentdeckt. Seit 2010 gehört die Kirchengemeinde zur *„Gemeinschaft der evangelischen Zisterzienser-Erben“*, die sich dem Simultangebrauch historischer Klosterkirchen verschrieben hat – ähnlich wie die evangelische und katholische Nutzung der Abteikirche Altenberg. Führungen bieten Einblicke in die Klostergeschichte, von der Klosterschänke („Herberge vor dem Tor“, vermutlich seit der Klostergründung) bis zum Klostergarten, der an mittelalterliche Heilpflanzenkultur anknüpft.

Das Friedhofsglockenspiel und die Orgel – erbaut von Eberhard Friedrich Walcker (1856) – runden das akustische Erbe ab. Aktuell steht eine Sanierung des historischen Gebäudes an, um die Substanz für kommende Generationen zu bewahren. Die Kirche, mit rollstuhlgerechtem Zugang und Parkplatz, lädt Besucher ein, die Verbindung von Geschichte, Spiritualität und Natur zu erleben – vom Paradiesgärtlein bis zu den Leistenziegeln des Klosters, die im Museum Bad Herrenalb ausgestellt sind.

Ein Besuch der Klosterkirche ist nicht nur eine Reise in die Zisterzienserzeit, sondern auch ein Stück Regionalgeschichte Bad Herrenalbs, wo sich Klostertradition, sakrale Kunst und lebendige Gemeindekultur verbinden. Die Kirche steht als Zeugnis des Simultangebrauchs – evangelisch und historisch verwurzelt – und bietet mit ihren Führungen, Glocken und Gärten ein einzigartiges Erlebnis für Kulturinteressierte.

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