Archiv verschwundener Orte
Highlights
- Das Archiv verschwundener Orte dokumentiert seit 2004 bergbaubedingte Umsiedlungen im Lausitzer Revier und zeigt Schicksale wie das Dorf Weißagk (1985).
- Einzigartige Dauerausstellung mit multimedialem Konzept zur Geschichte von Ortsabbrüchen, erarbeitet von Wissenschaftlern und Domowina.
- Nach 18 Jahren verlässt die Ausstellung 2026 ihren Standort in Horno (Rogow) und wird ins Forster Museum integriert.
Tipps
- Die Dauerausstellung befindet sich seit 2024 nicht mehr im ursprünglichen Standort und wird als Teil des Forster Museums präsentiert.
- Die multimediale Aufbereitung der Themen Ortsabbrüche und Umsiedlungen erfolgt durch wissenschaftliche Fachleute und gestalterische Konzepte.
- Der Umzug der Ausstellung erfolgte nach 18 Jahren am bisherigen Ort und ist Teil einer Neuaufstellung im lokalen Kulturkontext.
Eigenschaften
Verschwundene Orte in Forst (Lausitz)-Eulo entdecken
Das Archiv verschwundener Orte in Forst (Lausitz)-Eulo ist eine einzigartige Einrichtung, die sich der Dokumentation und Aufarbeitung von Ortsabbrüchen und bergbaubedingten Umsiedlungen im Lausitzer Braunkohlenrevier widmet. Als bundesweit erste Einrichtung dieser Art verbindet es wissenschaftliche Forschung mit innovativer Ausstellungsgestaltung und bietet Besuchern einen tiefen Einblick in die Geschichte der „verschwundenen Dörfer“ und die Lebensrealität der betroffenen Menschen.
Die Dauerausstellung „Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen“ beleuchtet vor allem den Fall des Ortes Weißagk (sorbisch: *Wusoka*), der 1985 durch den Tagebau Jänschwalde zerstört wurde. Durch multimediale Elemente und persönliche Erzählungen wird die historische Entwicklung der Umsiedlungen nachvollziehbar gemacht – von den politischen Entscheidungen bis hin zu den individuellen Erfahrungen der Betroffenen. Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit Fachwissenschaftlern und Ausstellungsgestaltern entwickelt und setzt damit neue Maßstäbe für die Vermittlung komplexer Themen.
Das Archiv entstand als gemeinsames Projekt von Vattenfall Europe Mining und der *Domowina – Bund Lausitzer Sorben*, um das kulturelle Erbe der Region zu bewahren. Sein Standort im Ortsteil Horno (sorbisch: *Rogow*) ist selbst ein Symbol für die Folgen des Braunkohleabbaus: Die Bewohner des historischen Altorts wurden nach langem Widerstand in den frühen 2000er-Jahren umgesiedelt, während das Gemeindezentrum als neuer Ort für das Archiv diente. Die ungewöhnliche Verbindung von Ortstradition und Aufarbeitung von Zwangsumsiedlungen macht das Projekt zu einem besonderen Ort der Erinnerungskultur.
Mit seiner thematischen Tiefe und der Verbindung von lokaler Geschichte mit überregionaler Bedeutung war das Archiv verschwundener Orte zu seinen aktiven Zeiten ein vielbesuchter und hochgelobter Ausflugsziel. Die Ausstellung wurde für ihre informative und unterhaltsame Aufbereitung gelobt, wobei Besucher insbesondere die emotionale Nähe zu den Schicksalen der Umsiedler schätzten. Trotz des Umzugs der Dauerausstellung bleibt die Einrichtung als Teil der Forster Kulturlandschaft ein bedeutendes Zeugnis der Lausitzer Geschichte.
Das Archiv verschwundener Orte steht damit für den Dialog zwischen Wissenschaft, Kultur und regionaler Identität – ein Projekt, das nicht nur die Vergangenheit bewahrt, sondern auch die Gegenwart und Zukunft der Lausitz mitgestaltet. Die innovative Herangehensweise und die enge Zusammenarbeit mit sorbischen und lokalen Akteuren machen es zu einem einzigartigen Beitrag zur Denkmalpflege und Geschichtsdarstellung in der Region.