Naturdenkmal Näpfchenstein
Highlights
- Der Näpfchenstein ist ein granitener Findling mit prähistorischen Vertiefungen.
- Er liegt in Nuhnen auf einer kleinen, bewaldeten Insel zwischen Ackerfläche und Autobahn.
- Der Stein wiegt etwa 15 Tonnen und stammt aus der letzten Eiszeit.
Tipps
- Der Näpfchenstein ist ein Granitfindling mit kleinen runden Vertiefungen und liegt bei Nuhnen auf einer baumreichen Insel zwischen Ackerfläche und Autobahn.
- Der Stein entstand während der letzten Eiszeit und wiegt etwa 15 Tonnen.
- Er ist als Naturdenkmal geschützt und leicht von der Nuhnenstraße aus zu Fuß erreichbar.
Eigenschaften
Über Naturdenkmal Näpfchenstein
Das Naturdenkmal Näpfchenstein befindet sich in der Gemeinde Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Es handelt sich um einen auffälligen Granit-Findling, der durch zahlreiche kleine, runde Vertiefungen auf seiner Oberfläche gekennzeichnet ist. Diese sogenannten „Näpfchen“ geben dem Stein seinen Namen und messen etwa vier Zentimeter im Durchmesser sowie etwa acht Zentimeter in der Tiefe. Der Findling liegt südwestlich von Frankfurt (Oder) inmitten einer landwirtschaftlich genutzten Fläche nahe der Ortschaft Nuhnen.
Der Näpfchenstein ist Teil der Eiszeitgeschichte der Region und wurde während der letzten Eiszeit an seinen heutigen Standort transportiert. Mit einem Volumen von etwa 5,5 Kubikmetern und einem Gewicht von rund 15 Tonnen zählt er zu den größeren Findlingen in der Region. Der Stein thront auf einer kleinen, bewaldeten Erhebung, die ihn optisch wie eine Insel erscheinen lässt. Diese markante Lage verleiht dem Naturdenkmal eine besondere Präsenz in der offenen Ackerlandschaft.
Die Herkunft und Funktion der Näpfchen auf der Gesteinsoberfläche ist bis heute nicht abschließend geklärt. Historische Deutungen reichen von prähistorischen Opferhandlungen bis hin zu technischen Versuchen der Steinverarbeitung. Eine Theorie geht davon aus, dass Hartholzkeile in die Vertiefungen getrieben und mit Wasser befeuchtet wurden, um das aufquellende Holz den Stein sprengen zu lassen. Der entstandene Granit soll dann als Baumaterial für Bauwerke wie die Marienkirche in Frankfurt (Oder) verwendet worden sein. Andere Quellen vermuten aufgrund ähnlicher Fundstellen eine rituelle Nutzung in der Vorzeit.
Das Naturdenkmal ist heute rechtlich geschützt und gehört zu den geologischen und kulturhistorischen Zeugnissen der Region. Es ist ein stillgelegter Zeuge vergangener Epochen die Spuren früher menschlicher und natürlicher Einflüsse zu erkunden. Die unmittelbare Umgebung des Steins ist landschaftlich geprägt durch Felder und einzelne Baumgruppen, was ihm einen besonderen Stellenwert im ländlichen Raum verleiht.
Der Näpfchenstein in Jacobsdorf ist ein Beispiel für die Vielfalt der Naturdenkmale im Oder-Spree-Kreis. Er steht in Verbindung mit weiteren regionalen Gesteinszeugnissen, darunter ein weiterer, namentlich identischer Findling im Frankfurter Stadtwald. Aufgrund seiner auffälligen Form, der ungewöhnlichen Oberflächenstruktur und seiner historischen sowie geologischen Bedeutung gilt der Näpfchenstein als lohnenswertes Kultur- und Naturerbe der Region Brandenburg.