St. Marienkirche
Tipps
- Die St.-Marien-Kirche in Frankfurt (Oder) ist eines der größten Beispiele der norddeutschen Backsteingotik und lädt zur Besichtigung sowohl des Innenraums als auch des Turms ein.
- Ein Aufstieg auf den 237 Stufen hohen Kirchturm ist möglich und lohnt sich durch den Blick über die Stadt.
- Die Kirche beherbergt interessante Kunstschätze, darunter die Bronzetaufe von 1376 sowie farbenfrohe mittelalterliche Wandmalereien.
Eigenschaften
Über St. Marienkirche
Die St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten der norddeutschen Backsteingotik und ist ein zentrales Wahrzeichen der Innenstadt. Mehr als zweieinhalb Jahrhunderte mittelalterlicher Baugeschichte prägen das Erscheinungsbild des Kirchengebäudes, das mit einer Länge von 77 Metern und einer Breite von 45 Metern zu den größten Kirchen der Region gehört. Ursprünglich als Hauptpfarrkirche der Stadt erbaut, dient die St. Marienkirche heute als soziokulturelles Zentrum und beherbergt vielfältige kulturelle Veranstaltungen.
Der Kirchenbau begann im 13. Jahrhundert, nachdem die Stadt gegründet worden war. Schon früh erhielt die Kirche eine der frühesten Emporen in der Mark Brandenburg. Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Bauteile hinzu, darunter ein Hallenumgangschor, eine polygonale Eingangshalle mit Sandsteinportal sowie ein prächtiges Figurengewände. Besonders bemerkenswert ist die Westfassade mit ihrer Zweiturmfassade, die im 15. Jahrhundert aufgestockt wurde. Aufgrund struktureller Belastungen kam es im Jahr 1826 zum Einsturz des Südturms, was anschließend zu umfangreichen Sicherungsmaßnahmen führte.
Ein künstlerischer Höhepunkt der St. Marienkirche sind die drei großen gotischen Bleiglasfenster aus dem 14. Jahrhundert. Diese 117 Bildtafeln umfassenden Fenster erzählen in einer Bilderbibel die Schöpfungsgeschichte, die Legende von Adam und Eva, die Arche Noah sowie die Vita Christi und die Antichristlegende. Die Darstellungen entstanden durch finanzielle Unterstützung der Frankfurter Bürger. Weitere künstlerische Schätze sind die Wandmalereien des Mittelalters, die farbenfroh gestalteten Ornamente und die Bronzetaufe aus dem Jahr 1376, die von Meister Arnold gegossen wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche weitgehend zerstört, konnte aber in den folgenden Jahrzehnten weitgehend rekonstruiert werden. Heute lädt die St. Marienkirche nicht nur zum Besuch und zur Besichtigung ein, sondern ermöglicht auch den Aufstieg auf den Kirchturm, von dem aus eine beeindruckende Aussicht über die Stadt geboten wird. Der zugehörige Förderverein unterstützt seit Jahren den Wiederaufbau sowie die Nutzung der Kirche als kultureller Begegnungsstätte. Thematische Führungen und Ausstellungen ergänzen das Angebot.