Kasematten Frankfurt
Highlights
- Barocke Kasematten aus dem 17. Jh.: Über 40 Meter lange, 4 Meter hohe unterirdische Verteidigungsgalerie an Frankfurts Stadtmauer – einzigartig in der Region.
- Archäologischer Fund von 2009: Freigelegte Kasematten beweisen Dilichs Festungsbauprogramm mit unterirdischer Infrastruktur für die Stadtbefestigung.
- Kulturdenkmal mit Führungsangebot: Historische Anlage bietet Einblicke in Frankfurts militärische Vergangenheit – nicht barrierefrei zugänglich.
Tipps
- Die Kasematten bieten einen Einblick in die barocke Stadtbefestigung Frankfurts mit einer über 40 Meter langen, unterirdischen Verteidigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert.
- Ein barrierefreier Zugang ist nicht gewährleistet, weshalb der Besuch für Personen mit eingeschränkter Mobilität nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist.
- Die Führung kann auch für Gruppen organisiert werden, wobei die Verfügbarkeit und Konditionen vorab beim zuständigen Museumskoordinator zu klären sind.
Eigenschaften
Kasematten Frankfurt: Kulturdenkmal unter der Erde
Die Kasematten Frankfurt bieten einen faszinierenden Einblick in die unterirdische Geschichte der barocken Stadtbefestigung Frankfurts. 2009 entdeckten Archäologen des Frankfurter Denkmalamtes einen einzigartigen Abschnitt der Festungsanlagen, die der Festungsbaumeister Dilich ab 1628 plante. Dabei stießen sie auf eine unterirdische Galerie – eine seltene und besonders gut erhaltene Anlage dieser Art, die an keiner anderen Stelle der Frankfurter Stadtmauer nachweisbar ist. Mit einer begehbaren Länge von über 40 Metern und einer lichten Höhe von vier Metern zählt sie zu den imposantesten Verteidigungsanlagen ihrer Zeit und ist heute ein hochrangiges Kulturdenkmal.
Der Zugang zu den Kasematten führt tief unter die Oberfläche und vermittelt ein lebendiges Gefühl für die militärische Architektur des 17. Jahrhunderts. Die Anlage ist nicht barrierefrei, was ihre historische Authentizität unterstreicht. Führungen können auch für Gruppen gebucht werden, sodass Besucher die unterirdische Welt der Frankfurter Festungsgeschichte hautnah erleben können. Die Kasematten sind damit nicht nur ein architektonisches Juwel, sondern auch ein Ort, der die strategische Bedeutung Frankfurts in vergangenen Epochen verdeutlicht.
Die Kasematten sind eng mit dem Archäologischen Museum Frankfurt verbunden, das als zentrales Archiv für Frankfurter Bodenfunde dient. Hier werden bedeutende Sammlungen zur Klassischen Antike und zur Archäologie des Alten Orients aufbewahrt, die durch Schenkungen und Ankäufe entstanden sind. Besonders relevant ist hier die Provenienzforschung, die die Herkunft und Eigentumsgeschichte der Objekte klärt.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sammlungspolitik des frühen 20. Jahrhunderts, die durch die Sonderausstellung *„Zum Wohle der Stadt?“* (2018) thematisiert wurde. Anhand ausgewählter Exponate wie römischer Keramiken und Kunsthandelsstücke wurde die Entwicklung des Museums gezeigt, insbesondere die geplante Ergänzung um ein Museum für antike Kleinkunst. Auch heute bleibt die Provenienzforschung ein zentraler Bestandteil der Museumsarbeit, um die Herkunft und Integrität der Bestände zu sichern.
Neben den Kasematten beherbergt das Archäologische Museum Frankfurt bedeutende Funde wie das früheisenzeitliche *„Fürstengrab“* aus dem Frankfurter Stadtwald, eines der ältesten Elitegräber der Hallstattkultur in Mitteleuropa. Seit 2022 ist es in der Dauerausstellung zu sehen und zeigt die kulturelle Bedeutung Frankfurts in vorrömischer Zeit. Mit aktuellen Projekten wie der Erforschung der *„Frankfurter Silberinschrift“* (ab Dezember 2024) bleibt das Museum ein lebendiger Ort der Forschung und Präsentation.