Quellgebiet Glessener Bach
Highlights
- Das Naturschutzgebiet Quellgebiet Glessener Bach in Bergheim schützt wertvolle Lebensräume mit seltenen Pflanzenarten.
- Im NSG finden sich naturnahe Waldbestände des Eichen-Hainbuchenwaldes sowie seltene Arten wie die Grüne Nieswurz.
- Das Gebiet beherbergt vielfältige Biotope, darunter Quellbereiche, Bachläufe und artenreiche Krautschichtflächen.
Tipps
- Parkmöglichkeiten befinden sich direkt hinter dem Feuerwehrgebäude in der Nähe des Gebiets.
- Aufgrund der sensiblen Ökologie sollte Müll vermieden und die Wege benutzt werden, um den Naturraum zu schonen.
Eigenschaften
Über Quellgebiet Glessener Bach
Das Quellgebiet Glessener Bach in Bergheim im Rhein-Erft-Kreis ist ein Naturschutzgebiet von besonderer ökologischer Bedeutung. Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 19 Hektar und wurde aufgrund seiner vielfältigen und wertvollen Lebensräume unter Schutz gestellt. Das Gebiet umfasst naturnahe Waldbestände, darunter artenreiche Eichen-Hainbuchenwälder sowie kleinflächige Buchenwaldgesellschaften. Im nördlichen Bereich finden sich Reste eines Erle-Eschenwaldes mit Übergängen zum Erlebruchwald. Teilweise ist die Krautschicht besonders ausgeprägt und beherbergt seltene Arten wie die Grüne Nieswurz, deren nächstgelegener Fundort in der Niersniederung liegt.
Im nordwestlichen Teil des Gebiets ist der Glessener Bach in einem Abschnitt aufgestaut, was zur Ausbildung eines schmalen Röhrichtsaums mit Schilf sowie eines artenreichen Ufergebüsches aus Weiden, Erlen und Hainbuchen geführt hat. Am Nordrand des Naturschutzgebiets verläuft eine Pappelreihe, in der einige ältere Eschen erhalten bleiben sollen. Die umliegenden Flächen außerhalb des Schutzgebiets sind überwiegend landwirtschaftlich genutzt, was die Bedeutung des NSG als Lebensrauminsel unterstreicht. Im südlichen Teil dominieren Altbestände des Eichen-Hainbuchenwaldes mit einer dichten Strauchschicht und artenreicher Krautschicht, besonders an Frühjahrsgeophyten.
Das Quellgebiet beherbergt verschiedene Lebensraumtypen, darunter Buchen- und Eichenwälder, Schwarzerlen- und Eschenwälder auf Auenstandorten sowie kleinere Flächen aus Fettwiesen und Gewässern wie Quellbereiche, Bäche und Teiche. Zu den im Gebiet nachgewiesenen Tierarten zählen unter anderem der Feldsperling, die Grauammer, der Kuckuck, die Nachtigall und der Pirol. Auch der Waldlaubsänger, der Star und das Teichhuhn sind hier zu finden. Pflanzenarten wie der Adlerfarn, der Frauenfarn, die Gelbe Schwertlilie, das Echte Lungenkraut und das Flattergras tragen zur hohen biologischen Vielfalt bei. Im Bereich der Pappelbestände wird ein Austausch durch bodenständige Gehölzarten angestrebt, um die ökologische Wertigkeit zu erhöhen.
Das Naturschutzgebiet wurde bereits 1986 unter Schutz gestellt, wobei die rechtliche Wirksamkeit einige Jahre später eintrat. Es gilt als bestehend und dauerhaft geschützt. Die genaue Abgrenzung des Gebiets wird in Teilen als prüfungsbedürftig angesehen, insbesondere im Hinblick auf die Einbeziehung der Waldweide in den Schutzstatus. Das Quellgebiet Glessener Bach ist sowohl für die Erhaltung seltener Pflanzenarten als auch für den Schutz vielfältiger Waldlebensräume von großer Bedeutung. Es trägt zur Stabilität des regionalen Naturhaushalts bei und dient als Refugium für verschiedene Tier- und Pflanzenarten in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft.