Turmhofer Pochwerksrad
Highlights
- Das Turmhofer Pochwerksrad (1846) ist Deutschlands ältestes erhaltenes, funktionsfähiges Wasserrad im Bergbau mit 12,5 PS Leistung und 84 Schaufeln.
- Eingebettet in Natursteinmauerung 2 m unter Geländeoberkante, versorgte es das Nasspochwerk der Himmelfahrt-Fundgrube mit Energie für die Silberverarbeitung.
Tipps
- Das Pochwerksrad zeigt eine originale Wasserkraftanlage aus dem Jahr 1846, die historisch mit dem Freiberger Silberbergbau verbunden ist und als technisches Denkmal erhalten blieb.
Eigenschaften
Kulturdenkmal Turmhofer Pochwerksrad Freiberg
Das Turmhofer Pochwerksrad in Freiberg zählt zu den bedeutendsten technischen Denkmälern des sächsischen Bergbaus und ist ein einzigartiges Zeugnis der Wasserkraftnutzung im Erzbergbau des 19. Jahrhunderts. Als einer der ältesten im Originalzustand erhaltenen, noch funktionsfähigen Wasserräder dieser Art in Deutschland war es einst ein zentraler Bestandteil der Aufbereitung von Erzen in der Region. Das Rad mit einer Leistung von 12,5 PS und 84 Schaufeln wurde 1846 in Betrieb genommen und diente der Energieversorgung eines angrenzenden Pochwerks, das Teil des Himmelfahrter Kunstgrabensystems war.
Die Anlage entstand in einer Zeit intensiver Expansion des Freiberger Silberbergbaus, als neue Schächte wie der Turmhofschacht geteuft und bestehende Gruben wie die Himmelfahrt Fundgrube technisch modernisiert wurden. Das Pochwerksrad war direkt in die Halde des Kleinharter Schachtes integriert und wurde in einer Naturstein-Radstube etwa zwei Meter unter Geländeoberkante untergebracht. Diese besondere Bauweise sicherte seine Funktionsfähigkeit über Jahrzehnte – ein Umstand, der erst in den 1950er Jahren wiederentdeckt wurde, als das Rad nach einer längeren Verborgenheit erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet.
Heute ist das Turmhofer Pochwerksrad ein seltener Überrest bergbaulicher Technikgeschichte und ein faszinierendes Beispiel für die ingenieurtechnische Meisterleistung des 19. Jahrhunderts. Obwohl es aufgrund eines Schadens an der Radwelle derzeit nicht mehr in Betrieb genommen werden kann, bietet es Besuchern die Möglichkeit, dieses historische Kraftwerk aus nächster Nähe zu erkunden. Führungen für Gruppen ab fünf Personen vermitteln Einblicke in die Funktionsweise des Wasserrads und die Bedeutung der Anlage im Kontext des Freiberger Bergbaus – eine Reise in die Zeit, als Wasserkraft die Grundlage für die Aufbereitung von Erzen bildete.
Das Pochwerksrad steht symbolisch für den Wandel der Energiegewinnung im Bergbau und unterstreicht die Bedeutung der Region als Wiege des sächsischen Erzbergbaus. Als leicht zugängliches technisches Denkmal lädt es Besucher ein, die historische Bedeutung der Wasserkraftnutzung zu erleben und die handwerkliche Präzision vergangener Epochen zu würdigen. Die Führung dauert zwischen 30 und 60 Minuten und ermöglicht so eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem einzigartigen Kulturgut.