Denkmal/Gedenkstätte

Turmhofer Wäsche

Turmhofschacht 5, 09599 Freiberg

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Turmhofer Wäsche

Die Turmhofer Wäsche in Freiberg ist ein herausragendes technisches Denkmal und Zeugnis des erzgebirgischen Bergbaus. Sie beherbergt das sogenannte Turmhofer Pochwerksrad, das ab dem mittleren 19. Jahrhundert zur Erzaufbereitung in Betrieb war und bis heute als eines der letzten original erhaltenen und funktionsfähigen Wasserräder im deutschen Erzbergbau gilt. Die Anlage wurde über mehrere Jahrzehnte genutzt, ehe sie nach und nach außer Betrieb ging. Heute wird sie durch ehrenamtliches Engagement gepflegt und kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden.

Die Geschichte der Technik am Standort reicht jedoch weit darüber hinaus zurück. Bereits im 16. Jahrhundert wurde hier mit dem Turmhof-Kunstgraben eine künstliche Wasserleitung errichtet, die Gruben im Freiberger Stadtteil Christiansdorf mit Aufschlagwasser versorgte. Diese Anlage gilt als eine der frühesten und bedeutendsten Wasserhaltungsanlagen der Region. Besonders hervorzuheben ist die Rolle des Bergmeisters Martin Planer, der im 16. Jahrhundert zahlreiche leistungssteigernde Maßnahmen initiierte und damit die technische Entwicklung im Bergbau vorantrieb. Der Kunstgraben verband verschiedene Gruben und Teiche miteinander und ermöglichte den Betrieb wassergetriebener Maschinen wie Pochwerke und Göpel.

Das heutige Pochwerksrad wurde 1846 in Betrieb genommen und diente bis 1889 der Nasspochung, einem Verfahren zur Zerkleinerung und Reinigung von Erzen. Mit einem Durchmesser von fast zehn Metern und einem Gewicht von 21 Tonnen ist es ein imposantes Beispiel industrieller Baukunst. Die Konstruktion mit ihren 84 Schaufeln und einer Leistung von 12,5 PS zeigt eindrucksvoll, wie ingenieurskünstlerisches Wissen und handwerkliche Präzision im 19. Jahrhundert zusammenwirkten. Obwohl das Rad aktuell aufgrund technischer Mängel nicht in Betrieb genommen werden kann, bleibt es ein faszinierendes Zeugnis vergangener Technikgeschichte.

Die Erhaltung und Pflege des Denkmals erfolgt durch eine engagierte Arbeitsgruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, dieses Stück Kultur- und Technikgeschichte für zukünftige Generationen zugänglich zu machen. Regelmäßige Führungen und Sonderveranstaltäge bieten interessierten Besuchern die Möglichkeit, die Anlage hautnah zu erleben und sich über die Bedeutung des Bergbaus für Freiberg und die Region zu informieren. Aufgrund der besonderen historischen und technischen Relevanz lohnt sich ein Besuch allemal – ob für Technikbegeisterte, Geschichtsinteressierte oder Familien mit Kindern.

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