Denkmal/Gedenkstätte

Dr. Else Hamburge

Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg im Breisgau

Highlights

  • Dr. Else Hamburger, 1904 in Freiburg geboren, war Kunsthistorikerin und Lehrerin.
  • 1933 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus dem Dienst entlassen.
  • Sie starb 1942 im KZ Auschwitz, deportiert über Gurs und Drancy.

Tipps

  • Besucher finden die direkte und einfühlsame Art der Ärztin besonders beruhigend.
  • Das Team sorgt für ein sicheres und wertschätzendes Umfeld in der Uniklinik.
  • Ein Stolperstein vor dem Haus erinnert an das Schicksal der jüdischen Lehrerin Dr. Else Hamburger.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Dr. Else Hamburge

Der Gedenkstein für Dr. Else Hamburger in Freiburg im Breisgau erinnert an das Schicksal einer bemerkenswerten Frau, die sowohl beruflich als auch persönlich von nationalsozialistischer Willkür und Verfolgung betroffen war. Geboren in Freiburg, widmete sie sich früh dem akademischen und pädagogischen Beruf. Als Kunsthistorikerin promovierte sie und lehrte später an der Mädchenrealschule der Stadt. In ihrer engsten Familie zählte sie neben ihrem Vater Fritz Hamburger und ihrer Mutter Bona, geborene Levi, auch einen Bruder, Werner Joachim Hamburger, zu ihren nächsten Angehörigen, der später in die USA emigrierte.

Mit dem nationalsozialistischen Gesetz zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ verlor Dr. Else Hamburger 1933 ihre Anstellung. Dennoch setzte sie ihr Engagement im Bildungsbereich fort, indem sie ab 1939 an der Jüdischen Schule in Freiburg unterrichtete. Dabei trug sie den von den Nationalsozialisten ihr aufgezwungenen Zwangsnamen „Sahra“. Im Jahr 1940 wurde sie gemeinsam mit ihrem Vater verhaftet und in das KZ Gurs in Südfrankreich deportiert. Dort starb ihr Vater unter unmenschlichen Bedingungen. Nach fast zwei Jahren Haft wurde sie 1942 weiter in das KZ Drancy gebracht und von dort aus mit einem Transport in die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie ermordet wurde.

Ihr Stolperstein wurde vor dem Gebäude in der Karlsruher Straße verlegt, in dem sie mit ihrer Familie gelebt hatte. Die Verlegung war mit Hindernissen verbunden, darunter Widerstand eines Hausbewohners, der anfangs Missverständnisse bezüglich des Ortes der Verlegung hatte. Letztendlich konnte der Stein jedoch gesetzt werden, unterstützt von Zeugnissen ehemaliger Nachbarn, die sich noch an die Hamburger Familie erinnerten. Diese Erinnerung an Dr. Else Hamburger steht exemplarisch für das Schicksal vieler jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Freiburg, die unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zu Unrecht verfolgt und ermordet wurden.

Heute dient ihr Gedenkstein als Mahnmal und Erinnerungsort inmitten der Freiburger Stadtgeschichte. Er lädt dazu ein, innezuhalten, sich mit dem Leben und Sterben von Dr. Else Hamburger auseinanderzusetzen und die Bedeutung von Toleranz, Menschlichkeit und Widerstand gegen Diskriminierung zu reflektieren. Der Stolperstein ist Teil eines größeren Erinnerungsprojekts der Stadt, das Schüler:innen und engagierte Bürger:innen initiiert haben, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten.

In der Nähe

Wetter & Pollenflug am Standort

Wetter wird geladen…
7-Tages-Vorhersage…