Haus zum Walfisch
Highlights
- Das Haus zum Walfisch in Freiburg beherbergte von 1529 bis 1531 den Gelehrten Erasmus von Rotterdam.
- Das spätgotische Gebäude mit prächtigen Stilelementen dient heute als Filiale der Sparkasse.
- Ein affenförmiges Rätsel am Gebäude in der Gauchstraße lädt zur Entdeckung ein.
Tipps
- Das spätgotische Haus zum Walfisch in der Altstadt von Freiburg ist ein architektonisches Highlight mit einer roten Fassade, die auf Ochsenblut basiert.
- Ehemalige Residenz von Erasmus von Rotterdam, heute beherbergt das Gebäude eine Filiale der Sparkasse und zeigt eine detailreiche spätgotische Ausstattung.
- In der Gauchstraße befindet sich ein kleiner Affe an der Rückseite des Gebäudes – ein Hinweis auf eine historische Rätselgeschichte der Stadt.
Eigenschaften
Über Haus zum Walfisch
Das Haus zum Walfisch in Freiburg im Breisgau zählt zu den bedeutendsten spätgotischen Bürgerhäusern der Stadt. Es wurde Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut und gilt als architektonisches Meisterwerk der späten Gotik. Besondere Aufmerksamkeit erlangte das Gebäude durch den Aufenthalt des Humanisten Erasmus von Rotterdam, der hier von einem Jahr bis zum folgenden Jahr residierte. Erasmus nutzte die Zeit seines Aufenthalts, um hier zu arbeiten, fand jedoch weder das Haus noch die Stadt besonders ansprechend. In seinen Briefen kritisierte er unter anderem die hygienischen Zustände der Stadt sowie das Klima und die Lebensmittel.
Die Fassade des Hauses zum Walfisch überzeugt durch ihre reichhaltige Ausstattung mit stilistischen Elementen der Spätgotik. Auffallend ist das kunstvoll gestaltete Portal, eine prächtige Erkerfassade sowie verschiedene Figuren- und Tierzierden, darunter auch groteske Wasserspeier. Die charakteristische rote Fassadenfarbe basiert auf einem traditionellen Ochsenblut-Farbrezept, das für eine erhöhte Witterungsbeständigkeit sorgt. Diese Technik war im späten Mittelalter in der Region verbreitet und unterstreicht den historischen Wert des Gebäudes.
Heute beherbergt das denkmalgeschützte Gebäude eine Filiale der Sparkasse Freiburg. Die Innenausstattung wurde im Zuge der Nutzung umfassend modernisiert, wobei dennoch der historische Charakter des Gebäudes erhalten blieb. Das Haus zum Walfisch steht mitten im historischen Stadtkern und zählt zu den bekanntesten Kulturdenkmälern Freiburgs. Es liegt in unmittelbarer Nähe weiterer sehenswerter Bauten wie der Martinskirche, des Alten Rathauses sowie des Kornhauses, was es zu einem zentralen Punkt für kulturinteressierte Besucher macht.
Ein besonderes Detail am Gebäude findet sich an der Gauchstraße: ein kleiner Affe, der an einer Stelle angebracht ist, an der er „den Bissen nimmt“. Dieses Detail hat sich zu einem kleinen Stadträtsel entwickelt, das Besucher dazu einlädt, sich mit der Symbolik des Hauses auseinanderzusetzen. Die genaue Bedeutung bleibt dabei interpretierbar und trägt zur Faszination des Ortes bei.