Kirche/Kloster

Wüstung Oberberghausen

85402 Kranzberg

Highlights

  • Die Filialkirche St. Clemens in Oberberghausen ist eine romanisch-barocke Waldkapelle aus dem 11. Jahrhundert.
  • Die Kirche und ihr ummauerter Friedhof mit 28 schmiedeeisernen Grabkreuzen stehen unter Denkmalschutz.
  • Der Weiler Oberberghausen wurde 1884 aufgelassen, nachdem die Höfe an die Forstverwaltung verkauft wurden.

Tipps

  • Die romanische Kirche St. Clemens liegt abseits in einer Waldlichtung und ist nur zu besonderen Anlässen geöffnet – eine vorherige Erkundung der Zugänglichkeit lohnt sich.
  • Auf dem ummauerten Friedhof sind überwucherte Gräber mit historischen schmiedeeisernen Kreuzen und Inschriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu entdecken.
  • Der nahegelegene Parkplatz ist gut geeignet für einen kurzen Spaziergang durch den Kranzberger Forst zur Waldkapelle.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Wüstung Oberberghausen

Die Wüstung Oberberghausen in der Gemeinde Kranzberg im Landkreis Freising beherbergt eine der bayerischen Sakralbauten mit besonderem historischen und künstlerischem Wert: die Filialkirche St. Clemens. Diese kleine, heute als Waldkapelle bezeichnete Kirche liegt etwa 1250 Meter südwestlich von Ampertshausen auf einer sanften Anhöhe mitten im Kranzberger Forst. Umgeben von Waldlichtungen und ehemaligen Forstflächen, steht die Kirche abseits jeglicher Siedlung – ein stilles Zeugnis einer einst lebendigen Ortschaft, die im Zuge forstwirtschaftlicher Entwicklungen aufgegeben wurde.

Die Kirche selbst vereint romanische Bauelemente mit barocken Ergänzungen. Das Langhaus stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert, erhielt jedoch im 18. Jahrhundert eine barocke Überformung. Die Innenausstattung ist entsprechend dieser Epoche gestaltet, darunter der Hochaltar mit zwei Figuren, die in der Kaschiertechnik gefertigt wurden – ein Verfahren des 17. Jahrhunderts, bei dem Stoffbahnen auf Holz geformt und bemalt wurden, um den Eindruck von Skulpturen zu erzeugen. Die Kirche ist zudem von einem ummauerten Friedhof umgeben, auf dem sich 28 schmiedeeiserne Grabkreuze aus dem 18. und 19. Jahrhundert befinden, die unter Denkmalschutz stehen.

Die Geschichte der Siedlung Oberberghausen reicht weit zurück. Bereits im frühen Mittelalter soll hier eine kleine Holzkapelle gestanden haben. Erste urkundliche Erwähnungen datieren aus dem 10. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Ort zu einer kleinen, aber nachweisbaren Siedlung mit mehreren Höfen. Die Kirche diente den Bewohnern bis ins späte 19. Jahrhundert als Dorfkirche. Mit dem Ausbau des benachbarten Arboretums, das ursprünglich als Weidenkultur angelegt wurde, verlor die Siedlung jedoch ihre wirtschaftliche Grundlage. Die Bauern wurden zur Aufgabe ihrer Höfe bewogen, und der letzte Bewohner verließ 1884 seinen Hof. Die Kirche wurde daraufhin in die Pfarrei Kranzberg eingegliedert und dient heute nur noch gelegentlich für Gottesdienste.

Der Friedhof rund um die Kirche ist inzwischen überwuchert, doch die Grabkreuze mit ihren kunstvoll gearbeiteten Inschriften laden zur Betrachtung ein. Besucher berichten von einer Atmosphäre tiefer Ruhe und Besinnlichkeit, die von der abgeschiedenen Lage und dem gepflegten Zustand des Geländes geprägt wird. Die ehemalige Ortschaft Oberberghausen existiert heute nur noch durch diese Kirche und ihren Friedhof – ein archäologisches und kulturelles Relikt im Kranzberger Forst. Die Waldkapelle steht symbolisch für den Wandel ländlicher Strukturen in Oberbayern und erinnert an die Bedeutung sakraler Orte im Alltag vergangener Generationen.

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