Denkmal/Gedenkstätte

Bürgerturm

Unterer Graben 33-3, 85354 Freising

Highlights

  • Er diente unter anderem als Schießpulverlager, Gefängnis und später als Schlauchturm der Freiwilligen Feuerwehr.
  • Seit 1996 beherbergt der sanierte Turm das Grabenmuseum mit wechselnden Ausstellungen zur Geschichte Freisings.

Tipps

  • Besucher finden im Bürgerturm wechselnde Ausstellungen zur Freisinger Geschichte.
  • Der Turm ist ein erhaltener Teil der mittelalterlichen Stadtmauer.
  • Eingang befindet sich am Unteren Graben in der Altstadt.

Eigenschaften

Bildung Kulturell Ganzjährig

Über Bürgerturm

Der Bürgerturm in Freising ist ein bedeutender Zeuge der Stadtgeschichte und zählt heute zu den wenigen erhaltenen Resten der ehemaligen Stadtbefestigung. Errichtet im 14. Jahrhundert, steht der viergeschossige Wachturm im Nordosten der Freisinger Altstadt am Unteren Graben. Gemeinsam mit dem Karlsturm bildet er den letzten sichtbaren Abschnitt der mittelalterlichen Stadtmauer. Seit seiner Ersterwähnung im 16. Jahrhundert durchlief der Turm zahlreiche Funktionen, die seine wechselvolle Geschichte widerspiegeln.

Ursprünglich als Wehrturm mit offener Oberseite errichtet, erhielt der Bürgerturm im 18. Jahrhundert sein charakteristisches Zeltdach. Im Laufe der Jahrhunderte diente er unter anderem als Wohnhaus, Pulvermagazin und Arrestanstalt. Ab dem frühen 18. Jahrhundert wurde er als Schießpulverlager genutzt, bevor er nach der Säkularisation im frühen 19. Jahrhundert als städtisches Gefängnis und später als Armenhaus fungierte. Die letzte bewohnte Phase endete Anfang des 20. Jahrhunderts, als der schlechte Zustand des Gebäudes eine weitere Nutzung unmöglich machte.

In der Folge übernahm die Freiwillige Feuerwehr Freising das Gebäude als Schlauchturm, bevor es in der Zeit des Nationalsozialismus als Treffpunkt der Hitlerjugend genutzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Turm verschiedenen Jugendgruppen, die auch erste Renovierungsarbeiten durchführten. Von 1977 bis in die frühen 1990er Jahre nutzte der Bund Naturschutz die Räumlichkeiten. Danach initiierte eine Bürgerinitiative eine umfassende Sanierung, die von 1994 bis 1996 mit Spendenmitteln erfolgte. Seit der Eröffnung des Grabenmuseums im Jahr 1996 beherbergt der Turm wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der Stadt Freising.

Das Grabenmuseum zeigt in seinen Ausstellungen verschiedene Aspekte des Freisinger Alltags, darunter historische Berufe, Unternehmen und die Entwicklung der Stadt über die Jahrhunderte. Besonderen Wert legt die Initiative auf private Dokumente und Erinnerungen, die sonst möglicherweise verloren gegangen wären. Die ehrenamtliche Arbeit vieler Bürgerinnen und Bürger hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses Kulturdenkmal zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit einem Bewertungsdurchschnitt von 4,00 von 5 Sternen bei 28 Bewertungen wird der Bürgerturm als lohnenswertes Kulturdenkmal wahrgenommen.

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