Kirche/Kloster

Kollegiatstift St. Johannes, Freising

Ob. Hauptstraße 2, 85354 Freising

Highlights

  • Das Kollegiatstift St. Johannes in Freising wurde 1319 gegründet und 1803 aufgelöst.
  • Es betete für das Seelenheil der verstorbenen Freisinger Bischöfe.
  • Die Stiftskirche ist heute eine Studienkirche und Teil des Dombergs.

Tipps

  • Das Kollegiatstift St. Johannes liegt zentral auf dem Domberg in Freising, nahe des Domes St. Maria und St. Korbinian.
  • Die gotische Stiftskirche ist heute als Studienkirche nutzbar und bildet zusammen mit dem Fürstengang den nördlichen Abschluss des Domhofes.
  • Historische Einrichtungsgegenstände wie das Amigoni-Gemälde sind heute im Würzburger Dom zu sehen.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kollegiatstift St. Johannes, Freising

Das Kollegiatstift St. Johannes in Freising zählt zu den bedeutenden sakralen Kulturdenkmälern der Stadt und ist eng mit der Geschichte des Freisinger Dombergs verbunden. Gegründet im frühen 14. Jahrhundert durch Bischof Konrad III. der Sendlinger, entstand das Stift im Zuge des Neubaus der Johanniskirche am Dom. Es diente ursprünglich dem Seelenheil der verstorbenen Bischöfe von Freising und war bis zur Säkularisation im Jahr 1803 aktiv. Als ehemaliges Domannexstift nimmt es eine zentrale Rolle in der geistlichen und kulturellen Landschaft der Diözese Freising ein.

Das Stiftskapitel bestand aus einem Propst, einem Dekan sowie sechs Kanonikern und verfügte zudem über drei Benefizien. Besondere Bedeutung hatte die Verbindung zu mehreren Pfarreien in der Region, darunter Altenerding, Thalkirchen, Eschlbach, Ismaning, Attenkirchen und Sendling. Diese Pfarreien waren dem Stift inkorporiert, wodurch die Einkünfte der Pfarrstellen zur Finanzierung des Kapitels beitrugen. Der Probst wurde vom Bischof ernannt, während der Dekan in der Regel vom Domzeremoniar wahrgenommen wurde und für die organisatorischen Aufgaben des Stifts verantwortlich war.

Die Stiftskirche selbst, die gotische Johanneskirche, wurde in den Jahren um 1320 erbaut und liegt unmittelbar westlich des Freisinger Domes. Gemeinsam mit dem Fürstengang bildet sie die nördliche Begrenzung des Domhofes. Die Kirche ist dreischiffig mit einem beeindruckenden Kreuzrippengewölbe. Nach der Auflösung des Stifts wurde das Gebäude zeitweise als Heustadel genutzt, wodurch viel von ihrer ursprünglichen Ausstattung verloren ging. 1841 wurde sie als Studienkirche neu eingerichtet. Ein bemerkenswertes Altargemälde von Jacopo Amigoni fand später seinen Weg in den Würzburger Dom. An den Wänden sind heute noch Reste von Spätgotik- und Renaissancemalereien sichtbar.

Heute steht das Kollegiatstift St. Johannes im Fokus kirchenhistorischer und kulturgeschichtlicher Betrachtung. Es ist Zeugnis einer langen Tradition geistlicher Stiftungen auf dem Freisinger Domberg und spiegelt die Bedeutung der Stadt als Zentrum christlicher Präsenz in der Region wider. Besucher erfahren hier nicht nur Architektur aus dem Mittelalter, sondern auch die Kontinuität einer sakralen Nutzung, die bis heute andauert.

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