Pfarrei St. Willibald Möning
Highlights
- Die Pfarrei St. Willibald Möning vereint romanische Grundmauern (12./13. Jh.) mit spätromanischem Altarraumbogen und spätgotischen Elementen wie Spitzbogengewölben (15. Jh.).
- Drei gotische Statuen und eine Thomas-Darstellung überlebten die Reformation; barocke Altäre (1753) von Johann Ulrich Wiest und eine Rosenkranzmadonna prägen den Innenraum.
Tipps
- Die romanischen Bogenelemente im Altarraum und die spätromanischen Grundmauern im Turm- und Langhausbereich zeigen die historische Substanz der Kirche aus dem Mittelalter.
Eigenschaften
Kultur & Sakrales in Möning: Pfarrei St. Willibald
Die Pfarrei St. Willibald Möning in Freystadt-Möning ist ein historisches Juwel, das über Jahrhunderte hinweg Zeugnis von wechselnden Baustilen und kulturellen Epochen ablegt. Ihr romanischer Ursprung zeigt sich besonders im Altarraum, wo ein prächtiger romanischer Bogen die frühe Bauphase des Gotteshauses verrät. Auch im Turm- und Langhausbereich sind noch spätromanische Grundmauern erhalten, die an die ursprüngliche Konzeption der Kirche als „Gottesburg“ erinnern – umgeben von einer hohen Kirchhofmauer und vier Wehrtürmen, von denen heute nur noch Spuren existieren.
Ein markantes Zeugnis aus dem 15. Jahrhundert ist der Kirchhofmauer, die 1491 aus Sandsteinquadern errichtet wurde. Die Bauweise deutet darauf hin, dass der Turm nicht vollständig im ursprünglichen Stil wiederaufgebaut wurde, sondern Anpassungen erfuhr. Besonders beeindruckend ist der gotische Einfluss im Inneren: Das Spitzbogengewölbe im Altarraum sowie der Chorbogen stammen aus dieser Zeit. Obwohl die figürlichen Rippen des Gewölbes später entfernt wurden, überstanden drei gotische Statuen sowie eine bemerkenswerte Darstellung auf der Nordseite – der auferstandene Jesus mit dem ungläubigen Thomas – die Wirren der Reformation.
Der Barock prägte im 18. Jahrhundert die Ausstattung der Kirche nachhaltig. Während die Gotik nach oben strebt, sollte der Barock den Himmel „auf Erden“ schaffen – und das gelingt in Möning durch die prächtigen Altäre. Der Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre wurden 1753 vom Bildhauer Johann Ulrich Wiest aus Schrobenhausen geschaffen, der später in Neumarkt ansässig war. Ein weiteres Highlight ist die barocke Rosenkranzmadonna, die sich über dem gotischen Spitzbogen vor dem Altarraum erhebt und mit ihrer künstlerischen Qualität besticht.
Die Pfarrei St. Willibald Möning vereint somit romanische Fundamente, gotische Eleganz und barocken Pracht in einem einzigartigen Ensemble. Als historisches Zentrum des Ortes bietet sie nicht nur architektonische Schönheit, sondern auch einen tiefen Einblick in die religiöse und kulturelle Geschichte der Region. Besonders die harmonische Verbindung der Stile macht sie zu einem besonderen Ausflugsziel für Kultur- und Sakralinteressierte.