St. Johannes Baptist
Highlights
- St. Johannes Baptist ist Patron der Pfarrkirche St. Laurentius in Tittmoning.
- Die Kirche beherbergt bedeutende barocke Kunstwerke, darunter Gemälde von Cosmas Damian Asam.
- Ein Rundgang lohnt sich auch außen: Ausdrucksstarke Skulpturen zieren die Grabkapellen.
Tipps
- Die spätgotische Pfarr- und Stiftskirche St. Laurentius liegt oberhalb des Marktplatzes und beeindruckt durch ihre breite Bauweise und den reichhaltigen barocken Innenraum.
- Besonders sehenswert ist die Kreuzkapelle mit barockem Stuck um 1720 sowie die Asam-Gemälde an der Chorwand, die erst 1982 entdeckt wurden.
- Vom Turm der Burg Tittmoning bietet sich ein schöner Blick auf die Kirche, anschließend lohnt ein Spaziergang hinunter zur Altstadt.
Eigenschaften
Über St. Johannes Baptist
Die evangelische Pfarrkirche St. Johannes Baptist befindet sich in der bayerischen Stadt Tittmoning im Landkreis Traunstein. Sie zählt zu den sakralen Kulturdenkmälern der Region und ist ein markantes Bauwerk im städtischen Gefüge. Die Kirche liegt auf einem leicht ansteigenden Gelände oberhalb des Marktplatzes und ist sowohl von der historischen Altstadt als auch von der nahegelegenen Burg Tittmoning gut zu erreichen. Ihre spätgotische Architektur prägt das Stadtbild und lädt zu einer Besichtigung ein.
Die erste urkundliche Er Erwähnung des Gotteshauses erfolgte bereits im Mittelalter. Ursprünglich war die Kirche kleiner und schlichter gebaut, ehe sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut und erweitert wurde. Der heutige Bau zeugt von verschiedenen Epochen: Der Chor entstand im frühen 15. Jahrhundert, der Turm wurde erst später vollendet. Im Zuge einer Pestepidemie verzögerte sich der Bau erheblich. Nach einem verheerenden Stadtbrand im 16. Jahrhundert musste die Innenausstattung komplett erneuert werden. Im 17. Jahrhundert wurde der Turm durch einen Salzburger Hofbaumeister umgestaltet und im 18. Jahrhundert eine nördliche Kreuzkapelle angefügt, die bis heute erhalten geblieben ist.
Das Innere der Kirche beeindruckt durch eine kunstvolle barocke Ausstattung. Besonders sehenswert ist die historische Orgel aus dem 18. Jahrhundert, die ursprünglich im Kloster Herrenchiemsee stand, bevor sie nach Tittmoning verbracht wurde. Die Kreuzkapelle beherbergt bedeutende barocke Kunstwerke, darunter ein harmonisch gestaltetes Altarensemble mit Figuren der Evangelisten sowie ein kunstvoll gestuckter, schwebender Engel. Zwei Gemälde von Cosmas Damian Asam schmücken die Chorwand – ein Pilgerknabe, der vom Schutzengel zum Himmel geführt wird, und Maria Immaculata inmitten eines Sternenkranzes. Auch die zahlreichen Skulpturen und Figurengruppen aus verschiedenen Epochen unterstreichen den kulturellen Wert der Kirche.
Die Sakristei birgt unter anderem die sogenannte Weihnachtsmonstranz, ein kunstvolles Werk des Titmoninger Goldschmieds Wolfgang Lackner, das eine Darstellung Christi in der Krippe zeigt. Diese ist für Besucher allerdings nicht zugänglich. Weitere bemerkenswerte Werke sind die Heiligenfiguren im Chor sowie die Grabmale verschiedener Adelsgeschlechter, darunter die ausdrucksstarken Reliefs der Familien Schleindl und Wächter. Letztere zeigt Christus am Ölberg, umgeben von schlafenden Jüngern, und gilt als Meisterleistung barocker Bildhauerei.
Heute ist die St. Johannes Baptist eine Katholische Kirche und Teil des Pfarrverbands Tittmoning. Sie steht in enger Verbindung zur Stadtgeschichte und bildet mit weiteren Kirchen wie St. Laurentius, der Wallfahrtskirche Maria Brunn sowie der Kirche in Kirchheim ein kirchliches Netzwerk innerhalb der Gemeinde. Die Kirche ist sowohl für Gläubige als auch für Interessierte der Kunst und Geschichte ein lohnendes Ausflugsziel im südbayerischen Raum.