Augustinereremitenkloster Tittmoning, Allerheiligen
Highlights
- Die Klosterkirche Allerheiligen in Tittmoning ist der einzige erhaltene Sakralbau der Augustiner-Eremiten in Oberbayern.
- Der barocke Kirchenbau entstand 1681 bis 1683 unter Leitung von Bartholomäus van Opstal.
- Heute beherbergt der Osttrakt des ehemaligen Klosters einen Kindergarten und das „Haus des Gastes“.
Tipps
- Die Klosterkirche Allerheiligen in Tittmoning-Burg ist barocke Sakralarchitektur mit erhaltenen Originalausstattungen aus dem 17. Jahrhundert.
- Der Innenraum zeigt weiße Wände mit Perlstabverzierungen, prunkvolle Altäre und ein Chorbogenkreuz aus der Gründungszeit um 1683.
- Beeindruckende Details sind das Hochaltarbild von Lederwasch, die gestuckte Kanzel und das detailreiche Orgelgitter aus der Salzburger Schule.
Eigenschaften
Über Augustinereremitenkloster Tittmoning, Allerheiligen
Die ehemalige Klosterkirche Allerheiligen im Ortsteil Tittmoning-Burg ist der letzte erhaltene Sakralbau des Augustiner-Eremitenordens in Oberbayern. Sie liegt westlich des Stadtplatzes und ist in die Häuserzeile der Augustinerstraße eingefügt. Der quadratische Turm mit seiner charakteristischen Zwiebelhaube und Laterne prägt das äußere Erscheinungsbild des Gotteshauses. Die Kirche wurde in nur zwei Jahren erbaut und bereits frühzeitig eingeweiht. Sie diente als Seelsorgestütze des 1680 gegründeten Klosters, das von der salzburgisch-tirolischen Provinz des Ordens getragen wurde.
Baumeister Bartholomäus van Opstal aus Salzburg leitete den Bau und prägte mit seiner Handschrift den barocken Stil des Innenraums. Die Architektur gliedert sich in einen Saalraum mit rechteckigem Chor, überspannt von einem Tonnengewölbe. Weiße Wände und Decken werden durch Perlstabverzierungen strukturiert, ionische Kapitelle schmücken die kräftigen Wandpfeiler. Die Sakristei zeigt eine reich gegliederte Stuckdecke mit kreis- und rechteckigen Ornamenten. Die kunstvolle Innenausstattung blieb weitgehend unverändert und wurde in den 1980er Jahren restauriert, wobei der ursprüngliche Zustand weitestgehend rekonstruiert wurde.
Die Altäre in prunkvoller Schwarzgoldfassung kontrastieren eindrucksvoll zur weißen Wandschale. Der Hochaltar füllt die gesamte Chorwand aus und zeigt ein großformatiges Gemälde des Salzburger Hofmalers Lederwasch, das Engels- und Heiligenchöre darstellt. Die flankierenden Figuren des Augustinus und der Monika werden dem Bildhauer Simon Friess zugeschrieben. Ein drehbarer Tabernakel aus dem 18. Jahrhundert illustriert Szenen des liturgischen Jahres. Das Chorbogenkreuz aus der Zeit der Kirchenweihe sowie das Gnadenstuhlkreuz an der Westwand zählen zu den bemerkenswerten Holzschnitzereien des barocken Interieurs.
Weitere künstlerische Highlights sind die Kanzel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, deren Stuckverzierungen von Benedikt Zöpf stammen, sowie die kunstvolle Orgelbrüstung mit geschmiedetem Abschlussgitter. Die Farbgestaltung des Raumes spiegelt den Einfluss salzburgischer Kunsttraditionen wider und unterstreicht die kulturelle Verbindung zur angrenzenden Region. Nach der Säkularisation des Klosters im frühen 19. Jahrhundert wurde der Westtrakt abgerissen, während der Osttrakt in städtischen Besitz überging und heute als Kindergarten sowie als „Haus des Gastes“ genutzt wird.