Kirche/Kloster

Kapelle Wiesede

Wieseder Dorfstraße 11, 26639 Friedeburg

Highlights

  • Im Inneren finden sich ein 16. Jahrhundert-Leuchter, eine 1845 gestiftete Kanzel und ein 11. Jahrhundert-Taufstein aus Esens.

Tipps

  • Der Zugang zur Kapelle Wiesede erfolgt über den Westteil, der durch eine Fachwerkwand vom historischen Kirchenschiff ‚Oll Kark‘ abgetrennt ist.
  • Im Inneren fallen die spätromanischen Elemente wie die Loge in der Westwand und die frühgotischen Bögen als architektonische Besonderheiten auf.
  • Die historische Orgel aus dem Jahr 1788/89 und der mittelalterliche Leuchter im südlichen Seitenschiff bieten Einblicke in die musikalische und religiöse Tradition der Region.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Kultur & Sakrales in Friedeburg: Kapelle Wiesede entdecken

Die Kapelle Wiesede in Friedeburg ist ein historisch bedeutsames Sakralbauwerk mit einer bewegten Vergangenheit, das heute als kulturelles Juwel der Region gilt. Ursprünglich als Schulgebäude der Gemeinde Wiesede im Jahr 1913 errichtet, wurde das Gebäude später zu einer Kapelle umgewidmet und durch künstlerische Gestaltungsmaßnahmen zu einem besonderen Ort des Andachts und der Kunst. Besonders hervorzuheben ist das dreiflüglige Altarbild, das unter der Leitung von Johanne Haxsen entstand und zusammen mit den handgefertigten Altarbehängen des Wieseder Handarbeitskreises dem Innenraum eine einzigartige Atmosphäre verleiht.

Der Grundriss der Kapelle offenbart eine reizvolle Mischung aus historischen Stilelementen. Der Westteil des Gebäudes ist durch eine Fachwerkwand von der sogenannten „Oll Kark“ getrennt, einem älteren Kirchenbereich, der vermutlich im Jahr 1647 abgetrennt wurde. Diese Wand setzt sich durch ihre ungewöhnlichen, frühgotischen Bögen ab, die im Kontrast zur spätromanischen Loge in der Westwand stehen. Eine Tür in dieser Wand führt direkt in die Ruine des einstigen Glockenturms, der bereits 1474 bei kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört wurde. Die Glocken selbst hängen seit 1974 aus Sicherheitsgründen in einem neuen Glockenturm am Rand des Pfarrgartens.

Im Inneren der Kapelle finden sich zahlreiche historische Schätze. Der älteste Leuchter stammt aus dem 16. Jahrhundert und hängt im südlichen Seitenschiff hinter der Kanzel. Noch älter ist die schwere, mit Eisen verzierte Tür im Chorraum, die möglicherweise über 800 Jahre alt ist. Ein weiteres Juwel ist der Taufstein aus dem 11. Jahrhundert, der 1647 von Meister Cröpelin aus Esens gefertigt wurde und die Darstellung des Heiligen Mauritius zeigt. Die Orgel, erbaut 1788/89 von Orgelbauer Wenthin, wurde 1991/92 grundlegend restauriert und trägt mit ihrem Klang zur spirituellen Atmosphäre bei.

Die Kanzel, eine Stiftung einer Familie aus Hoheesche, stammt aus dem Jahr 1845 und ist ein weiteres Beispiel für die handwerkliche Qualität vergangener Zeiten. Die Innenausmalung des Raumes wurde 1887 geschaffen und bei einer späteren Restaurierung in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt. Die Kapelle Wiesede vereint so auf einzigartige Weise sakrale Tradition mit künstlerischem Erbe und lädt Besucher ein, die historische Tiefe des Ortes zu erleben – fernab von modernen Bauwerken, aber verbunden mit der reichen Geschichte Friedeburgs.

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