Pegelturm
Highlights
- Der Pegelturm in Friedersdorf steht auf einer Seebrücke im Großen Goitzschesee und ist schwimmend gelagert.
- Er wurde 2000 fertiggestellt, ist 26 Meter hoch und verfügt über eine Wendeltreppe mit 144 Stufen.
- Der Turm dient als Aussichtspunkt mit Rundumsicht auf den See und angrenzende Orte.
Tipps
- Der Pegelturm kann je nach Wasserstand leicht schwanken – das ist normal und Teil der Konstruktion.
- Die 144 Stufen zur Aussichtsplattform sind eng und steil, gutes Schuhwerk wird empfohlen.
- Der Turm ist auch bei schlechtem Wetter zugänglich, bei starkem Wind kann es zu Schwindelgefühl kommen.
Eigenschaften
Über Pegelturm
Der Pegelturm in Friedersdorf ist ein außergewöhnliches Bauwerk und eine beliebte Ausflugsdestination im Herzen Sachsens-Anhalts. Er steht am nördlichen Ufer des Großen Goitzschesees nahe Bitterfeld und ist über eine Seebrücke erreichbar, die sich in die Gemarkung von Mühlbeck erstreckt. Diese Gemeinde ist Teil der Gemeinde Muldestausee im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Der Pegelturm dient nicht nur als Aussichtspunkt, sondern auch als architektonisches und technisches Kunstwerk, das die Besonderheit seiner schwimmenden Konstruktion widerspiegelt.
Das Besondere am Pegelturm ist seine einzigartige Bauweise: Der Turm ruht nicht fest auf dem Grund des Sees, sondern schwimmt auf der Wasseroberfläche. Er ist an einer zentralen Stütze aufgehängt, die in einem stabilen Betonfundament am Seegrund verankert ist. Dadurch kann sich der Turm je nach Wasserstand auf und ab bewegen – ein Prinzip, das an einen Schwimmer einer Pegelanzeige erinnert. Diese Konstruktion macht ihn stabil und kenternsicher. Mit einer Höhe von 26 Metern bietet der Turm eine beeindruckende Rundumsicht auf den Goitzschesee sowie auf die umliegenden Orte Friedersdorf, Bitterfeld, Mühlbeck und Pouch. Bei klarem Wetter kann sogar das Leipziger Völkerschlachtdenkmal am Horizont ausgemacht werden.
Der Weg zum Pegelturm führt über eine Seebrücke, die ebenfalls eine eigene Geschichte hat. Die ursprüngliche Brücke wurde aus Stahl und Holz erbaut und bestand aus 24 Pontons. Sie wurde jedoch 2007 durch den Orkan Kyrill zerstört. Daraufhin wurde eine neue Seebrücke errichtet, die aus elf Pontons besteht und seit 2009 wieder für Besucher zugänglich ist. Die Brücke wird, genau wie der Turm, von schwimmenden Bauteilen getragen und ist an festen Pfählen verankert, die sich mit dem Wasserstand bewegen. Die Kombination aus Brücke und Turm macht dieses Bauwerk zu einer modernen Sehenswürdigkeit mit künstlerischem und technischem Anspruch.
Der Aufstieg zum Aussichtsbereich erfolgt über eine doppelläufige Spindeltreppe mit insgesamt 144 Stufen. Die Treppe ist leicht geschwungen, was dem Turm sein charakteristisches, dynamisches Erscheinungsbild verleiht. Umgeben ist der Turm zudem von einem Edelstahlseilnetz, das ihn wie einen überdimensionalen Strumpf umhüllt und gleichzeitig für Stabilität sorgt. Dieses sogenannte X-Tend-Netz wurde von spezialisierten Unternehmen konzipiert und realisiert. Auf der Aussichtsplattform angelangt, genießen Besucher einen atemberaubenden Panoramablick über den See und die umliegende Landschaft – ein Erlebnis, das viele als „Balsam für die Seele“ beschreiben.
Der Pegelturm ist somit mehr als nur ein Aussichtspunkt – er verkörpert die Verbindung von Natur, Technik und Architektur. Ob bei Sonnenschein oder auch an frostigen Tagen: Der Turm lädt dazu ein, die Schönheit der Region aus einer ganz besonderen Perspektive zu erleben und die Ruhe der Seele inmitten der sächsisch-anhaltinischen Seenlandschaft zu finden.