Kirche/Kloster

Kirche Lübbersdorf

Lübbersdorf, None Friedland

Highlights

  • Der Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert zeigt Maria mit einem Einhorn, was die Jungfräulichkeit Marias symbolisiert.
  • Die Orgel von 1866 wurde vom Stettiner Orgelbauer Barnim Grüneberg erbaut und besticht durch ihre klare, grundtönige Intonation.

Tipps

  • Die Kirche Lübbersdorf ist ein frühgotischer Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert mit einem Kuppelgewölbe westfälischer Herkunft.
  • Der Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert zeigt Maria mit einem Einhorn, Symbol der Jungfräulichkeit, sowie Szenen aus dem Leben Jesu.
  • Restaurationen in den Jahren 1866 und 2009 haben das Gebäude und seine Ausstattung erhalten.

Eigenschaften

Entspannt Kulturell Ganzjährig

Über Kirche Lübbersdorf

Die Kirche Lübbersdorf befindet sich im Ortsteil Lübbersdorf der Stadt Friedland im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist ein frühgotischer Feldsteinquaderbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und gilt für eine Dorfkirche als ungewöhnlich groß. Besonders bemerkenswert ist ihr Kuppelgewölbe westfälischer Herkunft, das sie regional macht. Im Kirchenschiff ist bereits die gotische Gewölbekonstruktion mit tragenden Rippen und Kappen zu finden, während im älteren Chorgewölbe noch eine frühe Form des Klostergewölbes erkennbar ist. Die Bemalung des Innenausbaus stammt aus einer Restauration im Jahr 1866.

Der spätgotische Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert ist ein Flügelaltar mit reichhaltiger Symbolik. In der Mitteltafel ist Maria mit einem Einhorn auf ihrem Schoß dargestellt – eine seit dem Mittelalter verbreitete Allegorie zur Darstellung der Jungfräulichkeit. Das Einhorn, als Symbol für Reinheit und Stärke, wird in der Ikonographie durch den Verkündigungsengel Gabriel als Jäger dargestellt, unterstützt von Jagdhunden mit den Namen „Glaube, Hoffnung, Liebe“. Neben der Hauptdarstellung zeigen die Heiligenfiguren Anna mit dem Christkind, Katharina mit dem Rad, Georg als Drachentöter sowie Christopherus mit dem Jesuskind. Die Flügel des Altares zeigen Szenen aus dem Leben Marias: die Verlobung, die Geburt Christi, die Anbetung der Heiligen Drei Könige und die Beschneidung.

In der Kirche befindet sich auch eine Altarrückwand aus dem Jahr 1729 mit einer Kreuzigungsdarstellung und großen Holzfiguren. Ein weiteres bemerkenswertes Element ist der Herrschaftsstuhl im klassizistischen Stil, erbaut im Jahr 1827 von Landrat Wilhelm von Oertzen. Er trägt die Wappen mehrerer Adelsgeschlechter der Region. Der Fachwerkturm der Kirche, errichtet im Jahr 1791, erhielt 2006 eine neue Turmlaterne nach umfangreichen Sanierungsarbeiten. Auch die Dacheindeckung von Chorraum und Kirchenschiff wurde 2009 erneuert. Die Kirche verfügt zudem über eine Orgel des Stettiner Bauers Barnim Grüneberg aus dem Jahr 1866, die trotz ihres eintastigen Manualwerks durch die Raumakustik eine fast kathedrale Klangfülle erreicht.

Die Geschichte der Kirche ist eng verknüpft mit der Entwicklung des Ortes. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lübbersdorf im Jahr 1290, als Markgraf Albrecht dem Kloster Wanzka das Patronatsrecht verlieh. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte der Besitz mehrfach, unter anderem an die Familie von Lübberstorf und später an die von Oertzen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die Pfarrei ihre eigenständige Stellung und wurde nicht wieder aufgerichtet. Seit 1888 wird Lübbersdorf von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Marien Friedland betreut. Im Jahr 2008 schlossen sich mehrere Kirchengemeinden zur Vereinigten Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Marien Friedland zusammen, zu der auch die Kirche Lübbersdorf gehört.

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