Mosaikbilder „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ - Fritz Eisel
Highlights
- Das Mosaikbild ‚Der Mensch bezwingt den Kosmos‘ von Fritz Eisel (1970er) zeigt in der Breiten Straße Potsdams Raumfahrtmeilensteine und technologische Errungenschaften der DDR.
- Das Werk steht in der Nähe des Datenverarbeitungszentrums (1971) und des Karl-Liebknecht-Denkmals, prägend für die barock-modernistische Architektur der Magistrale.
- Nach der Wende ist die ursprüngliche Fassadengestaltung des Gebäudes nur noch fragmentarisch erkennbar, das Mosaik bleibt jedoch als DDR-Kunstwerk erhalten.
Eigenschaften
Mosaikbilder „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ – Fritz Eisel in Potsdam
Die Mosaikbilder *„Der Mensch bezwingt den Kosmos“* von Fritz Eisel zählen zu den eindrucksvollsten Werken zeitgenössischer Kunst in Potsdam und sind eng mit der Architektur des ehemaligen Datenverarbeitungszentrums verbunden. Das Bauwerk, errichtet in Montagebauweise, vereint konstruktive Stahlbetonprägnanz mit klassischen barocken Elementen wie Lisenen und Pilastern – ein seltener Dialog zwischen moderner Funktionalität und historischer Gestaltungsform. Die Mosaiktafeln fassen in lebendigen Bildern die Errungenschaften der Menschheit sowie die Meilensteine der Raumfahrttechnik zusammen und spiegeln damit den technikbegeisterten Geist der DDR wider.
Das Kunstwerk steht in einer Reihe mit weiteren bedeutenden Werken der Potsdamer Kunstszene, etwa dem *„Herz und Flamme der Revolution“*-Denkmal von Theo Balden oder dem Wandfries von Kurt-Hermann Kühn, die ebenfalls die Breiten Straße prägen. Die Straße selbst ist ein Beispiel für das gelungene Zusammenspiel von Alt und Neu: Während historische Bauten restauriert wurden, entstanden zeitgenössische Architekturprojekte wie das heutige Hotel Mercure oder das Rechenzentrum – ein städtebauliches Konzept, das die DDR als nicht prinzipiell ablehnend gegenüber Denkmalschutz interpretiert. Besonders bemerkenswert ist die Integration von Kunstwerken in den urbanen Raum, die trotz späterer Umbrüche wie dem Abriss des Ernst-Thälmann-Stadions teilweise erhalten blieb.
Die Mosaike von Fritz Eisel sind nicht nur ein künstlerisches Statement, sondern auch ein Zeugnis der gesellschaftlichen Ambitionen der Zeit: Sie feiern den menschlichen Fortschritt und die Eroberung des Weltraums – Themen, die in der DDR besonders betont wurden. Obwohl die ursprüngliche Fassadengestaltung des Datenverarbeitungszentrums durch spätere Eingriffe nur noch fragmentarisch erkennbar ist, bleiben die Mosaike als einzigartige Zeugnisse der DDR-Kunst erhalten. Ihr Standort inmitten der Breiten Straße unterstreicht zudem den Anspruch Potsdams, historische und moderne Kulturdenkmäler harmonisch zu verbinden – ein Ansatz, der sich auch in anderen Teilen der Stadt, etwa bei der Garnisonkirche, widerspiegelt.
Die Breiten Straße selbst entstand in den 1970er und 1980er Jahren als Teil eines weiträumigen Stadtentwicklungskonzepts, das große Wohn- und Nutzbauten mit Sonderarchitekturen verband. Trotz des Abbaus historischer Strukturen wurde Wert auf die Erhaltung und Neugestaltung bestehender Bausubstanz gelegt – ein seltenes Beispiel für eine gelungene Synthese von Tradition und Moderne. Die Mosaike von Fritz Eisel sind dabei nicht nur ein künstlerisches Highlight, sondern auch ein Stück Potsdamer Geschichte, das die Verbindung von Wissenschaft, Technik und Ästhetik der DDR-Zeit lebendig hält.