Zentrum für verfolgte Künste
Highlights
- Das Museum zeigt verschollene Kunst und Literatur verfolgter Künstler:innen aus Diktaturen des 20. Jahrhunderts und Gegenwart.
- Gattungsübergreifende Sammlungen dokumentieren Exil, Widerstand und vergessene Werke wie von Else Lasker-Schüler oder Erich Mühsam.
- Rollstuhlgerecht zugänglich mit Parkplatz, WC und Leihservice – Fokus auf vergessene Künstler:innenbiografien und politische Kunst.
Tipps
- Der barrierefreie Zugang ermöglicht einen ungehinderten Besuch für alle Gäste, inklusive rollstuhlgerechter Wege und eines angepassten Eingangsbereichs.
- Die Dauerausstellung thematisiert verschollene Kunstwerke und Schicksale verfolgter Künstler:innen zwischen 1910 und 1945 sowie deren Folgen bis in die Gegenwart.
- Ein besonderer Fokus liegt auf literarischen und künstlerischen Werken aus dem Exil sowie auf Widerstandsbewegungen gegen totalitäre Regime des 20. Jahrhunderts.
Eigenschaften
Kunstmuseum Solingen: Zentrum für verfolgte Künste
Das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen ist ein einzigartiges Museum, das sich der Wiederentdeckung und Würdigung von Künstler:innen widmet, deren Schaffen durch politische Verfolgung, Diktaturen oder Krieg zerstört oder unterdrückt wurde. Als gattungsübergreifende Sammlung verbindet es verschollene Kunstwerke, literarische Texte und historische Dokumente zu einem bewegenden Narrativ über künstlerischen Widerstand und kulturelle Brüche. Besonders prägend ist die Sammlung von Werken der Expressionistin Else Lasker-Schüler, deren Zeichnungen und Collagen lange Zeit in Vergessenheit gerieten. Auch die Biografien von Erich Mühsam, Ernst Toller oder Mascha Kaléko – allen gemeinsam der Kampf gegen totalitäre Regime – werden hier lebendig.
Im Mittelpunkt steht die Kunstsammlung Gerhard Schneider, die Werke aus der Zeit zwischen 1910 und etwa 1945 umfasst und bisher unbekannte Positionen der Moderne präsentiert. Ergänzt wird sie durch die Literatursammlung „Himmel und Hölle zwischen 1918 und 1989“, die vom Journalisten Jürgen Serke zusammengestellt wurde. Sie zeigt Schriftsteller:innen, die sich gegen Diktaturen stellten, und schafft so eine alternative Kulturgeschichte jenseits etablierter Kanons. Die Sammlung ist seit 2008 Teil des Museums und wird durch originale Dokumente, Bücher und Fotos ergänzt, die Serkes Recherchen dokumentieren.
Das Zentrum setzt sich mit aktuellen Themen auseinander, etwa durch Wechselausstellungen zu Migration, Widerstand und kultureller Identität. Eine aktuelle Schau beleuchtet die gebrochenen Biografien des Malers Fritz Schaefler und des jüdischen Industriellen Joseph Heymann, deren Schicksale durch Krieg und Exil geprägt waren. Zudem werden zeitgenössische Positionen gezeigt, die sich mit Flucht und Verfolgung befassen. Das Museum ist barrierefrei zugänglich und bietet rollstuhlgerechte Räume sowie Führungen an, die Einblicke in die komplexen Zusammenhänge der verfolgten Künste geben.
Mit seiner Fokussierung auf vergessene Künstler:innen und ihre Werke schafft das Zentrum für verfolgte Künste nicht nur eine Lücke in der Kunstgeschichte, sondern regt auch zur Reflexion über die Kontinuität von Unterdrückung und Widerstand an. Durch Wechselausstellungen, Publikationen und Vermittlungsformate wird das Museum zu einem Ort der Erinnerung und des Dialogs – sowohl für Solingen als auch für ein breites Publikum, das sich für die Geschichte der Kunst und ihrer politischen Dimensionen interessiert.