Zur Mahnung - Erinnerung an die NS-Zeit
Highlights
- 1984 installierte die Eisentafel ‚Zur Mahnung‘ von Anatol Herzfeld als Gedenkort für die NS-Zeit am Polizeipräsidium.
- Das 1926 gegründete Gebäude verbindet neoklassizistische Architektur mit NS-Stil und steht seit 1984 unter Denkmalschutz.
- Seit 2018 zeigt das Polizeipräsidium die Dauerausstellung ‚Transparenz und Schatten‘ zur NS-Vergangenheit.
Eigenschaften
NS-Zeit in Düsseldorf: Zur Mahnung – Gedenkort
„Zur Mahnung – Erinnerung an die NS-Zeit“ ist eine eindringliche Gedenkstätte im Herzen Düsseldorfs, die an die dunklen Kapitel der nationalsozialistischen Vergangenheit erinnert. Die Installation besteht aus einer markanten Eisentafel, geschaffen vom Künstler Anatol Herzfeld, die seit 1984 vor dem Polizeipräsidium am Rande des Regierungsviertels aufgestellt ist. Die Tafel dient als stille Mahnung an die Verbrechen, die von den Behörden des NS-Regimes begangen wurden – insbesondere an die Rolle der Polizei als Instrument der Unterdrückung und Verfolgung.
Das Polizeipräsidium selbst ist ein historisches Gebäude mit architektonisch bedeutenden Elementen: Es vereint neoklassizistische Formen mit stilisierten Elementen der nationalsozialistischen Baukunst. Die beiden Gebäudekomplexe am Jürgensplatz, Fürstenwall, Neusser Straße und Hubertusstraße stehen seit 1984 unter Denkmalschutz und werden aktuell im Rahmen einer umfassenden Modernisierung umgestaltet. Dabei werden auch neue Anbauten hinzugefügt, während die historische Substanz bewahrt bleibt.
Seit 2018 bietet das Präsidium eine Dauerausstellung unter dem Titel *„Transparenz und Schatten“*, die die Geschichte der Düsseldorfer Polizei von ihrer Gründung 1926 bis in die Gegenwart aufarbeitet. Die Ausstellung beleuchtet nicht nur die institutionellen Entwicklungen, sondern auch die Verantwortung der Behörde während der NS-Zeit und die Aufarbeitung danach. Besonders hervorgehoben wird die Umstellung der Zuständigkeiten: Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm 1953 erstmals wieder ein Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Aufsicht – ein Zeichen für den Neuanfang nach der Diktatur.
Die Gedenktafel und die Ausstellung zusammen bilden ein zentrales Stück lokaler Erinnerungskultur. Sie erinnern daran, dass die Polizei nicht nur Dienstleisterin, sondern auch Teil gesellschaftlicher Verantwortung ist – eine Mahnung, die besonders in einer Stadt wie Düsseldorf, die sich als weltoffenes Zentrum versteht, ihre Bedeutung behält. Die Kombination aus historischer Architektur und zeitgenössischer Aufarbeitung macht den Ort zu einem wichtigen Ort der Reflexion.