Museum

Förderverein Altes Gehöft Geismar e.V.

Schulweg 14, 34560 Fritzlar-Geismar

Highlights

  • Der Förderverein bewahrt seit 1998 das historische Gehöft als archäologisch rekonstruierte Siedlung aus dem 12. Jahrhundert und zeigt es durch Führungen.
  • Auf dem Gelände steht ein Nachbau eines urgeschichtlichen Gehöfts, basierend auf Grabungen von 1973–1980 durch hessische Denkmalpflege und Archäologen.
  • Das Areal dokumentiert eine 15 Hektar große frühgeschichtliche Großsiedlung, vergleichbar mit dem mittelalterlichen Fritzlar, mit Funden seit 1955.

Tipps

  • Ein rollstuhlgerechter Parkplatz ermöglicht den barrierefreien Zugang zum Gelände des Alten Gehöfts.
  • Das historische Gehöft bietet Einblicke in die archäologische Rekonstruktion einer frühgeschichtlichen Siedlung aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die Ausstellung dokumentiert die Verehrung einer urzeitlichen Eiche als germanisches Heiligtum und ihre Verbindung zu Ortsnamen wie Frankenberg.

Eigenschaften

Bei Regen geeignet Bildung Kulturell Ganzjährig

Kultur & Museum im Alten Gehöft Geismar

Der Förderverein Altes Gehöft Geismar e.V. bewahrt in Fritzlar-Geismar ein Stück lebendige Regionalgeschichte und lädt Besucher:innen in eine Zeitreise ein. Gegründet 1998 als Geschichts- und Kulturverein, setzt sich der Verein dafür ein, das Historische Gehöft – ein originalgetreuer Nachbau aus archäologischen Grabungen der 1970er-Jahre – in seiner historischen Form zu erhalten. Das Projekt entstand anlässlich der 1275-Jahr-Feier der Gemeinde Geismar und zeigt auf authentische Weise den Alltag vergangener Epochen.

Im Herzen des Gehöfts verbirgt sich eine besondere Verbindung zur germanischen Vergangenheit: An dieser Stelle stand einst eine gewaltige Eiche, die den Chatten und ihren Nachkommen als heiliges Urheiligtum diente und dem Gott Donar geweiht war. Der britische Historiker Christopher Clark bestätigte 2015 in der Terra X-Sendung diese Bedeutung als „Urheiligtum der Deutschen“. Die Verehrung dieses Baumes prägte nicht nur die Region, sondern fand auch in der Namensgebung benachbarter Orte wie Frankenberg oder Frankenau südlich der Eder sowie Sachsenhausen nördlich von ihr ihren Widerhall.

Die archäologischen Funde aus den 1950er- und 1960er-Jahren belegen eine frühgeschichtliche Großsiedlung von bis zu 15 Hektar – eine Fläche, die der mittelalterlichen Stadt Fritzlar entsprach. Bei Flurbegehungen wurden Scherben aus der römischen Kaiserzeit entdeckt, die auf eine kontinuierliche Besiedlung hinweisen. Das Gehöft rekonstruiert nun diese Epoche mit traditionellen Gebäuden und Handwerkstechniken, die von der Abteilung Archäologische Denkmalpflege Hessen wissenschaftlich begleitet wurden.

Besucher:innen können das Gehöft durch geführte Rundgänge erkunden und so Einblicke in das tägliche Leben vergangener Generationen gewinnen. Besonders reizvoll ist die Verbindung zur lokalen Mythologie: Die Legende vom heiligen Baum und die Gründung Fritzlars als Folge der Christianisierung durch Bonifatius machen den Ort zu einem Ort der Begegnung zwischen Vor- und Frühgeschichte. Der Verein sorgt damit nicht nur für den Erhalt eines kulturellen Schatzes, sondern macht die Geschichte Geismars für alle Generationen erlebbar.

Mit einem rollstuhlgerechten Parkplatz und einem Konzept, das Bildung und Tradition verbindet, ist das Alte Gehöft ein wertvoller Beitrag zur Kulturlandschaft von Fritzlar-Geismar. Es zeigt, wie archäologische Forschung und ehrenamtliches Engagement gemeinsam ein Stück regionaler Identität bewahren – fernab von Touristenmassen, aber mit hohem historischen Wert.

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